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Rommerskirchen: Gericht weist Klage gegen Skateranlage ab

Rommerskirchen : Gericht weist Klage gegen Skateranlage ab

Anwohner der Pfarrer-Brendgen-Straße wollten die Anlage auf dem Sparkassen-Spielplatz nicht. Am OVG sind sie endgültig gescheitert.

Es könnte der Schlusspunkt im Streit um den "Sparkassen-Spielplatz" sein, der im Sommer und Herbst 2013 die Gemüter von Anwohnern der Pfarrer-Brendgen-Straße, Politikern und Bürgern erregt hatte. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hat die Anwohner-Klage gegen die Aufstellung einer Skateranlage auf dem Spielplatzgelände abgewiesen.

Das OVG bestätigte damit eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, das zu dem Schluss gekommen war, dass die vom Rhein-Kreis Neuss erteilte Baugenehmigung ersichtlich nicht gegen Rechtsvorschriften verstoße und eine unzumutbare Situation für die Anwohner nicht festzustellen sei. "Zu klagen ist das gute Recht eines jeden Bürgers und jeder Bürgerin", kommentiert Bürgermeister Martin Mertens die Entscheidung.

"Meiner Meinung nach hat die Gemeinde Rommerskirchen die Interessen der Jugendlichen ernst genommen, ohne die Interessen der Anwohnerschaft in unzumutbarer Weise zu verletzen." Mertens zufolge "sind wir eine kinder- und jugendfreundliche Gemeinde und wollen das auch bleiben." Der Bürgermeister kündigt an, die Angebote für Kinder und Jugendliche "weiter stärken" zu wollen. Gerade für Jugendliche sei es angesichts des Fehlens von weiterführenden Schulen in der Gemeinde oft nicht einfach, das entsprechende Freizeitangebot zu finden, sagt der Bürgermeister.

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Die Skateranlage entstand in den 1990-er Jahren, musste 2007 dem Kindergarten "Pusteblume" weichen und wurde 2009 nicht zuletzt auf Betreiben des Kreisjugendamts wieder aufgestellt. Die Odyssee ging weiter: Zeitweilig befand sie sich hinter dem Friedhof, wo derzeit auch die Rampe steht. Die übrigen Teile befinden sich seit 2013 auf dem Bauhof der Gemeinde in Vanikum. Im Frühjahr soll die Anlage auf dem Spielplatz installiert werden.

"Ich bin sehr erleichtert, dass jetzt in Bezug auf die Skateranlage Rechtssicherheit besteht und alles in trockenen Tüchern ist", sagt Christian Lente, Vorsitzender des Gemeindejugendrings. "Diesmal braucht es keine nachträglichen Kompromisse zuungunsten der Kinder und Jugendlichen, wie es beim Spielplatz der Fall war. Eine solch klare Linie hätte ich mir damals auch gewünscht", so Lente weiter. Via Facebook hatte er im Herbst 2013 eine Demonstration auf dem Spielplatz intiiert, zu der ungeachtet des Dauerregens 150 Befürworter des Spielplatzes kamen. Marie-Louise Tepper und Walter Giesen hatten damals mit Jugendlichen 1200 Unterschriften für den Platz gesammelt.

"Die Entscheidung, den Klageweg durchzuziehen, war, wie das Ergebnis zeigt, vollkommen richtig", meint Walter Giesen erfreut. "Hätten bei der ,Bolzplatz-Klage' die damaligen Verantwortlichen ebenso Rückgrat gezeigt, wären den betroffenen Kindern und Jugendlichen viele Zugeständnisse erspart geblieben." Die Anwohner hatten 2013 eine bereits anhängige Klage gegen den Spielplatz als solchen gegen eine Reihe von Zugeständnissen zurückgezogen.

(S.M.)