1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Gemeinde will kleine Schulklassen erhalten

Rommerskirchen : Gemeinde will kleine Schulklassen erhalten

Die Gemeinde will Klassenstärken nicht anheben, auch wenn ihr dadurch weniger Lehrer zugewiesen werden könnten.

In kleineren Klassen lernt es sich nun einmal am besten, doch allzu klein dürfen die Klassen auch wieder nicht sein, sonst schreitet das Schulamt ein. Der Bildungsausschuss des Rats hat sich mit Blick auf das kommende Schuljahr 2015/2016 dafür entschieden, an den drei Grundschulen in Rommerskirchen, Frixheim und Hoeningen sechs Eingangsklassen zu bilden. Was nicht ganz unproblematisch ist, denn damit wird der so genannte Klassenfrequenzwert unterschritten, der bei statistischen 22,5 Schülern pro Klasse liegt. Vom Erreichen beziehungsweise Überschreiten des Klassenfrequenzwerts hängt jedoch die Zuweisung von Lehrern ab.

Bleiben die tatsächlichen Zahlen unterhalb dieses Werts könnte die Versorgung der Schulen mit Lehrern geringer ausfallen. Schuldezernent Elmar Gasten und Monika Lange vom Schulverwaltungsamt sehen die Entwicklung gelassen. "Uns wird dann schon eine Lösung einfallen", sagt Monika Lange für den Fall, dass es tatsächlich weniger Lehrer geben könnte. Der Bildungsausschuss hatte der Verwaltung ohnehin den Auftrag erteilt, weitere Gespräche mit dem Schulamt zu führen, um die Lehrerversorgung sicher zu stellen. Von den Schulleiterinnen Elke Lorleberg (Rommerskirchen), Astrid Kleine (Frixheim) und Gabriele Domhof (Hoeningen) hatte es keinen Widerspruch gegen die von der Gemeinde eingeschlagene Marschroute gegeben. Andere Lösungsmöglichkeiten hatten Politik und Verwaltung ohne größere Diskussion verworfen, weil dann in Frixheim oder in Rommerskirchen angemeldete Schüler hätten abgewiesen werden müssen.

  • Klimaexperte Martin Knoke vor dem Rathaus.
    Klima- und Naturschutz : Rommerskirchen hat jetzt einen Klimaschutzmanager
  • Bei der Gründung des Sportverbandes liegt
    Sportvereine in Rommerskirchen : Der lange Weg zum Gemeindesportverband
  • Nach Waffenfund in Hotel : 40-Jähriger bei Großeinsatz in Düsseldorf festgenommen

Noch ist das Problem von weniger Lehrern eher theoretischer Natur, wobei es sich sogar völlig in Luft auflösen könnte, wenn bis zum neuen Schuljahr weitere Kinder angemeldet werden. Seit November nämlich ist die Zahl potenzieller Erstklässler an den drei Grundschulen von damals 116 auf inzwischen 121 angestiegen. Völlig aus dem Schneider ist die Kastanienschule in Hoeningen. Dort gab es bereits m November 23 Anmeldungen, zu denen inzwischen zwei neue hinzugekommen sind. Seit Jahren wird dort nur eine Eingangsklasse gebildet, die mit 25 Schülern auch den genannten Richtwert deutlich überträfe. An der Gillbachschule in Rommerskirchen könnten aufgrund der aktualisierten Zahlen ab nächstem Schuljahr drei Eingangsklassen mit je 20 Schülern gebildet werden. Dort rechnet Monika Lange "mit weiteren Zuzügen" wegen des Neubaugebiets, das sich unmittelbar in Schulnähe befindet.

Deutlich unter dem Klassenfrequenzwert bliebe die Gemeinschaftsgrundschule Frixheim, wo angesichts von 36 Anmeldungen zwei Klassen mit jeweils 18 Kindern gebildet werden sollen. Die 1972 eröffnete Schule wird den Prognosen des Schulverwaltungsamtes zufolge bis 2019 etwa ein Drittel ihrer Schüler verlieren. Nur noch 107 Jungen und Mädchen statt 160, wie im vergangenen Schuljahr, werden sie dann noch besuchen. Gleichwohl droht ihr nicht das Aus, denn genügend große Eingangsklassen können dort auch in den kommenden Jahren gebildet werden.

(S.M.)