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Rommerskirchen: Gemeinde will "Carsharing" testen

Rommerskirchen : Gemeinde will "Carsharing" testen

Bei einer bis zum 15. Juni laufenden Fragebogenaktion, die alle Haushalte erreicht, will die Verwaltung die Meinung der Bürger erkunden, wie die über die Möglichkeit denken, sich mit anderen ein Auto zu teilen.

Die Erstellung neuer Busfahrpläne im Bereich des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) lässt bei der Gemeinde den ganzen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf den Prüfstand geraten. Bei der Erstellung eines neuen Mobilitätskonzepts sollen offensichtlich nicht nur gedanklich ganz neue Wege beschritten werden. Für Bürgermeister Martin Mertens ist "Mobilität eine der Herausforderungen, der sich unsere Gesellschaft in Zukunft verstärkt widmen muss". Im Vordergrund steht dabei zunächst, den ÖPNV in der Gemeinde durch die Schaffung zusätzlicher Angebote so attraktiv wie möglich zu machen. Eine zentrale Rolle bei der Mobilität der Zukunft spielt insbesondere der Bahnhof.

Aktuell gibt es zudem Überlegungen, für Rommerskirchen ein Carsharing-Projekt einzurichten, bei der Bürger sich ein Auto teilen können. Als Partner kommt laut Rathaussprecher Elmar Gasten, der für die ÖPNV-Planung verantwortlich zeichnet, ein in der Region ansässiges Unternehmen in Betracht. Vor einer möglichen Umsetzung möchte die Gemeinde jedoch das Interesse an einer Nutzung eines derartigen Angebots abfragen. Hierzu wird in den nächsten Tagen ein Fragebogen an alle Haushalte verteilt. Er kann auch online bis 15. Juni unter www.rommerskirchen.de ausgefüllt werden. Per Fax findet der Fragebogen unter 02183 80090 seinen Bestimmungsort und per Post unter der Adresse Bahnstraße 51, 41569 Rommerskirchen. Wer den Fragebogen anonym abgeben will, kann dies natürlich auch tun.

Wer seine Anschrift nennt, hat jedoch den Vorteil, von der Gemeinde über den weiteren Fortgang der Sache informiert zu werden. Welchen Weg auch immer die Bürger nehmen: "Die Gemeinde würde sich über eine hohe Beteiligung an der Umfrage freuen", sagt Gasten.

"Wer im Ortskern der Gemeinde, etwa in Eckum oder Rommerskirchen, wohnt und in Köln arbeitet, braucht eigentlich gar kein Auto mehr", formuliert er bewusst ein wenig überspitzt. Was angesichts des vom Zentrum der Gemeinde aus gut erreichbaren Bahnhofs durchaus kurzfristig realistisch sein kann, ist, die Frage aufzuwerfen, ob Einwohner in diesem Bereich in ihren Haushalten tatsächlich unbedingt einen Zweit- oder gar Drittwagen benötigen.

"Oft werden diese nur für kurze Strecken genutzt und sind nur schwach ausgelastet. Die gemeinschaftliche Nutzung von einem Auto könnte eine Alternative darstellen", sagt Gasten. Jeder Einzelne könne auf diese Weise Kosten sparen, ohne auf die notwendige Mobilität und Flexibilität zu verzichten.

Die Lösung könnte also durchaus Carsharing sein, auch wenn sich die Verantwortlichen im Rathaus darüber im Klaren sind, dass viele Familien gerade im ländlichen Raum nach wie vor auf die Nutzung eines Pkw angewiesen bleiben werden - die Frage ist halt "nur", ob es einer oder mehrere sein müssen.

Angesichts des gut ausgebauten Wirtschafts- und Freizeitwegenetzes der Gemeinde könnte in bestimmtem Umfang aber auch das Fahrrad eine Alternative zum Auto sein, ganz unabhängig von seiner bislang (noch) im Vordergrund stehenden Freizeitnutzung.

(NGZ)