1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Gemeinde sucht Strom-Partner

Rommerskirchen : Gemeinde sucht Strom-Partner

Konzessionsinhaber RWE ist am Abschluss eines neuen Vertrags interessiert – wie auch die Energieversorgung Dormagen und die Stadtwerke Krefeld. Das Netz selbst zu betreiben, sprengt die Möglichkeiten der Gemeinde.

Konzessionsinhaber RWE ist am Abschluss eines neuen Vertrags interessiert — wie auch die Energieversorgung Dormagen und die Stadtwerke Krefeld. Das Netz selbst zu betreiben, sprengt die Möglichkeiten der Gemeinde.

Die Frage, in wessen Regie ab 2013 das Stromnetz der Gemeinde betrieben wird, bleibt bis auf Weiteres offen. Sicher ist lediglich, dass die Gemeinde dieses nicht von RWE kaufen und selber betreiben will. Der Krefelder Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Reinhard Zschoche hatte ihr davon dringend abgeraten. Der Rat folgte dieser Empfehlung und sprach sich dafür aus, den Ende 2012 nach 20 Jahren auslaufenden Konzessionsvertrag mit RWE neu auszuschreiben.

Neben dem Stromriesen gibt es vier weitere Interessenten: Die Stadtwerke Krefeld und die Energieversorgung Dormagen haben für ein Auswahlverfahren ebenso ihren Hut in den Ring geworfen wie die Kommunalpartner Friedrichshafen und die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg.

14 Millionen für den Kauf

Dass die Gemeinde hier nicht auf eigene Faust tätig werden und das Netz übernehmen will, liegt insbesondere an den Kosten: Die Kaufsumme läge bei rund 14 Millionen Euro, für die Schulden aufzunehmen wären. Hinzu kämen Experten zufolge daher Zinsen in Höhe von rund 550 000 Euro pro Jahr.

Und das auch nur, wenn alles glatt liefe: Kompliziert werden könnte das Ganze nämlich auch durch juristische Auseinandersetzungen. "Sie würden sich Jahre lang mit RWE über den Wert streiten", warnte Zschoche die Politik. Auch lasse sich "der Kaufpreis nicht amortisieren", erklärte der Experte. Bedenken hatte CDU-Fraktionschef Wolfgang Könen zunächst vor allem mit Blick auf die vorgeschlagene Laufzeit eines Konzessionsvertrags, die 20 Jahre betragen sollte. Ob nicht kürzere Laufzeiten oder ein Sonderkündigungsrecht sinnvoller seien, wollte er von Andreas Berstermann, dem Rechtsberater der Verwaltung, wissen. Rechtlich sei dies nicht zu beanstanden, wenngleich ihm kein solcher Fall bekannt sei, in dem die Laufzeit kürzer als 20 Jahre sei, sagte der Düsseldorfer Jurist. Berstermann gab jedoch zu bedenken, dass die wirtschaftlichen Bedingungen für die Gemeinde bei einer kürzeren Laufzeit schlechter werden könnten.

Empfehlung vom Bürgermeister

Letztlich einigten sich Politik und Verwaltung auf die Formulierung, dass der Vertrag eine "bis zu 20-jährige Laufzeit" haben solle. Das Verfahren wird nach dem Energiewirtschaftsgesetz betrieben. Bürgermeister Albert Glöckner wird dem Rat nach dessen Abschluss eine Empfehlung für einen der Bewerber präsentieren. Betroffen ist von dem Prozedere nicht der gegebenenfalls lukrative Verkauf von Strom oder Gas. Hierüber wird die Politik noch zu entscheiden haben.

(NGZ)