Rommerskirchen: Gemeinde senkt Energiekosten

Rommerskirchen : Gemeinde senkt Energiekosten

Die Gemeinde hat seit 2004 eine halbe Million Euro an Energiekosten einsparen können. Es gibt weitere Ziele: Doch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED wird noch Jahre dauern.

Die Frage, ob sich das 2003 vereinbarte Energie-Contracting der Gemeinde gelohnt hat, ist für Karl-Otto Bienert einfach zu beantworten. Denn die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: "Seit 2004 haben wir jährlich 30 Prozent an Energie einsparen können", sagt der Energiesparbeauftragte der Gemeinde.

In finanzieller Hinsicht bedeutet dies, dass die Gemeinde seither 516 000 Euro Energiekosten hat sparen können. Durch die zahlreichen Maßnahmen konnte der Anteil an CO 2-Emissionen um 2730 Tonnen gesenkt werden. Ein zentraler Ansatzpunkt war, dass in den öffentlichen Gebäuden "sämtliche Heizungsanlagen auf Vordermann gebracht wurden", erzählt Bienert. Sie werden nunmehr, so etwa in der Gillbachschule, "bedarfsgerecht gesteuert", wie Rathaussprecher Elmar Gasten sagt.

Neue Fenster eingesetzt

Einen großen Schub in Richtung energetische Sanierung gab es für die Gemeinde auch durch das Konjunkturpaket II der Bundesregierung. So sind im Alten Rathaus die Heizkörper runderneuert und zugleich neue Fenster eingesetzt worden. Die Mehrzweckhalle am Nettesheimer Weg hat eine neue Glasfassade erhalten. "Irgendwann ist das alles auch mal ausgereizt", sagt Karl-Otto Bienert mit Blick auf die im Eigentum der Gemeinde stehenden Gebäude — und zwar nicht allein angesichts knapper Finanzen.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Energiesparbeauftragten, der 2010 die Nachfolge des "Pioniers" Lothar Hoffmann angetreten hat, zählt mittlerweile die Beratung von privaten Häuslebauern, aber auch von Bürgern, die Heizkosten sparen möchten. "Im Winter bieten wir Thermografie-Untersuchungen an", sagt Karl-Otto Bienert, dem zufolge es für diese Aktion Sondertarife gibt. Statt 200 bis 300 Euro kostet eine in Regie der Gemeinde vorgenommene Untersuchung lediglich 90 bis 120 Euro. Bisher haben mehr als 100 Bürger davon Gebrauch gemacht.

Die Kommune arbeitet dabei seit geraumer Zeit mit dem Aachener Büro "Integral Ingenieur" zusammen. Die Untersuchungen mittels Wärmebildkameras beginnen in den Wohnungen bereits morgens um 4 Uhr. Voraussetzung ist, dass gut durchgeheizt wurde, "denn nur so lässt sich erkennen, wo es Wärmeverluste gibt", erklärt Bienert. "Von der Gemeinde aus planen und koordinieren wir das", so der Energiesparbeauftragte.

Gleichwohl gibt es im öffentlichen Bereich noch manches zu tun, so etwa bei der Straßenbeleuchtung. Hier steht nach Bienerts Worten "die Umrüstung auf Natrium-Dampfleuchten" bevor. "Unser Endziel ist die flächendeckende Ausstattung der Gemeinde mit LED-Leuchten, aber das wird noch ein paar Jahre dauern", betont Karl-Otto Bienert.

(S.M.)
Mehr von RP ONLINE