Rommerskirchen: Gemeinde gegen Strommasten

Rommerskirchen : Gemeinde gegen Strommasten

Die RWE-Tochter Amprion plant eine neue Höchstspannungsleitung mit einer Leistung von 380 Kilovolt. Sie soll auch über das Gebiet der Gemeinde Rommerskirchen führen. Die ist hiervon nicht begeistert.

Es soll keine Hoch-, sondern eine Höchstspannungsleitung werden: Die RWE-Tochter Amprion plant diese Leitung zwischen Wesel und Koblenz. Ein Teilstück soll von Osterath über Gohr auch über Gemeindegebiet führen. Was weder Verwaltung noch Politiker sonderlich begeistert: Von kommendem Montag an liegen bis 10. Juli die Planunterlagen im Rathaus aus. Der Rat wird in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 23. Juni eine offizielle Stellungnahme abgeben.

Nach den Ausführungen von Bürgermeister Albert Glöckner und der anschließenden Diskussion im Planungsausschuss gibt es kaum Zweifel, dass das Statement der Gemeinde überaus kritisch bis negativ ausfallen wird. Die geplante Höchstspannungsleitung mit einer Leistung von 380 Kilovolt (kV) würde sich in einer Entfernung von gerade einmal 200 Metern vom bestehende Ansteler Kreisverkehr befinden. In Richtung Gohr würde die Leitung (Höhe 65 bis 80 Meter) genau über den für die Umgehungsstraße B 477n geplanten Kreisverkehr führen: "Das empfinden wir nicht gerade als glücklich", erklärte der Bürgermeister. Die Frage von Michael Giesler (CDU), ob Alternativen bestünden, beantwortete Planungsdezernent Hans-Josef Schneider kurz und bündig mit "Nein".

Dies gilt zumindest, was die Praxis angeht. Theoretisch wäre Albert Glöckner zufolge eine Verwendung von Erdkabeln zwar möglich, doch habe dies die Amprion GmbH im bisherigen Verfahren stets abgelehnt. Aus Kostengründen: Statt 1,5 Millionen würde eine unterirdische Verlegung dem Unternehmen zufolge zehn Millionen Euro kosten, wie Albert Glöckner im Ausschuss sagte.

Über das Teilstück in Neuss-Reuschenberg wird stark gestritten, eine Bürgerinitiative kämpft energisch für Erdkabel. Amprion pocht auf Gesetzeslage. Willi Feil (UWG) hegt die Befürchtung, dass das sich heute schon unangenehm bemerkbar machende "Kabelsingen" sich noch weiter verstärken werde. Die Gemeinde befürchtet nicht zuletzt eine Beeinträchtigung des Landschaftsbilds: Die Leitung würde über den unter Landschaftsschutz stehenden Butzheimer Bruch zum "Umspannwerk Rommerskirchen" in Büsdorf führen.

Schließlich möchten die Politiker Antwort auf die Frage nach etwaigen Gesundheitsbelastungen für die Einwohner bekommen. Die soll es gleichfalls am 23. Juni geben, denn an der Ratssitzung sollen Vertreter der RWE-Tochter Amprion teilnehmen.

(NGZ/rl)
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