Rommerskirchen: Geflügelhof will größer werden

Rommerskirchen: Geflügelhof will größer werden

Künftig soll eine Stiftung den Wissenschaftlichen Geflügelhof übernehmen. Womöglich bereits früher könnte es eine Verdopplung seiner Fläche geben: Voraussetzung ist der Bau der Umgehungsstraße B 59n.

Der Wissenschaftliche Geflügelhof — unter Wissenschaftlern auch als Bruno-Dürigen-Institut bekannt — soll langfristig seinen Träger wechseln. Statt des Bunds Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG), in dessen Regie das Institut hier 2004 eingerichtet wurde, soll perspektivisch die 2010 gegründete "Stiftung zur Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung für den Bereich des Rassegeflügels" (Stiftung für Geflügelwissenschaft) das Ruder übernehmen.

Einen ersten Schritt konnten die Beteiligten gestern Nachmittag feiern: Winfried Windhorst vom Vorstand der Stiftung zeichnete zwei "goldene Zustifter" aus, nämlich den BDRG sowie den Rhein-Kreis.

"Der Startschuss ist gemacht worden", so Kreisdezernent Karsten Mankowsky. Verbunden ist damit, dass der Kreis und der BDRG auf einer Tafel am Institutsgebäude verewigt werden. Der Trägerwechsel ist langfristig angedacht. Realistisch ist es laut BDRG—Präsident Wilhelm Riebniger, binnen eines Jahrzehnts "ein Stiftungskapital aufzubauen, aus dessen Zinsen ein nennenswerter Beitrag für die Arbeit des Geflügelhofs geleistet werden kann." Genutzt werden dürfen bei Stiftungen lediglich Zinsen, was für größere Sprünge ein entsprechend hohes Kapital voraussetzt.

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Landrat Hans-Jürgen Petrauschke blickte schon einmal in die Zukunft: "Für den Rhein-Kreis ist es ganz wichtig, dass wir die lang ersehnte Ortsumgehung B 59n bekommen." Dann nämlich sollen Petrauschke zufolge durch Grundstückskäufe im Umfeld weitere Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden. Derzeit seien alle räumlichen Kapazitäten erschöpft, so der Landrat. Der Kreis werde "gern behilflich sein, dass eine Erweiterung zu günstigen Konditionen geschieht."

Inga Tiemann, die Leiterin des Geflügelhofs, strebt eine Verdopplung der 4000 Quadratmeter an, die dem Wissenschaftlichen Geflügelhof für seine Arbeit mit Hühnern, Enten und Gänsen verschiedener Rassen bislang zur Verfügung stehen. "Freilaufende Hühner sind für uns eine Selbstverständlichkeit", so Wilhelm Riebniger.

Die wissenschaftliche Arbeit von Inga Tiemann und ihren Mitarbeitern wird auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Für die Grundschulen sind Besuche hier obligatorisch, aber auch Schüler des Norbert-Gymnasium haben schon Projektarbeit gemacht. Auch internationale Gäste kann das Bruno-Dürigen-Institut oft willkommen heißen. Der Kreis erhofft sich unter anderem Erkenntnisse für den Seuchen- und den Tierschutz.

(NGZ/rl)