Rommerskirchen: Für Radstation fehlt das Geld

Rommerskirchen: Für Radstation fehlt das Geld

Obwohl viele Pendler den Rommerskirchener Bahnhof vor der Weiterfahrt mit dem Zug mit dem Fahrrad ansteuern: Die Planungen für eine Radstation nach Neusser Vorbild liegen aus Kostengründen auf Eis.

Eine Fahrradstation wird es am Rommerskirchener Bahnhof in absehbarer Zeit wohl nicht geben. Seitens der Gemeindeverwaltung wurden jetzt Kostengründe angeführt, die eine Realisierung des Projekts unwahrscheinlich machen. Die Pläne "als solche" würden nicht weiterverfolgt, hieß es zuletzt im Planungsausschuss. Ausschlaggebend hierfür ist demnach der jährliche Eigenanteil, den die Gemeinde zur Unterhaltung einer Radstation, wie es sie beispielsweise in Neuss gibt, aufbringen müsste.

Der Bedarf für die qualifizierte Fahrradunterbringung und eine damit verbundene Servicestation, in der beispielsweise Reparaturen vorgenommen werden, dürfte in Rommerskirchen gleichwohl gegeben sein: Zahlreiche Pendler nutzen den Bahnhof, um nach Köln und Mönchengladbach, Neuss und Düsseldorf zur Arbeit beziehungsweise zur Schule zu fahren. Dabei nutzen die Pendler für die Fahrt zum Bahnhof neben dem Auto auch oftmals das Fahrrad.

Für die Anfahrt mit dem Auto war die Gemeindeverwaltung in der Vergangenheit bereits insofern nicht untätig geblieben, als dass die Erweiterung des Park & Ride-Platzes auf dem Gelände des ehemaligen Schrottplatzes verwirklicht werden konnte. Für Radfahrer wiederum waren in zwei Abschnitten insgesamt 57 Fahrradboxen aufgestellt worden, die nach Auskunft der Verwaltung "fast vollständig vermietet" sind.

Daraus ergab sich zuletzt die Überlegung, das Angebot in Form einer Fahrradstation zu erweitern. Dazu wurde Kontakt zur Deutschen Bahn aufgenommen. Die Idee dahinter: Das alte Bürogebäude des Schrotthandels zu übernehmen und in diesem Umfeld die Radstation einzurichten.

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Darüber hinaus waren mit der Caritas Gespräche geführt worden. Sie ist Betreiberin der Radstation am Neusser Hauptbahnhof und stellte in diesem Zusammenhang eine Rechnung auf: Demnach belaufen sich die jährlichen Kosten einer solchen Station auf rund 50 000 Euro. Zusätzlich fallen 15 000 Euro für die Erstausrüstung und weitere 50000 Euro für das Zutrittssystem an.

Hinzu kämen 70 000 Euro für Umbau und Erweiterung von Servicebereich und Fahrradhalle sowie 25 000 Euro für die Fahrradständer. Diese erste Konzeption sollte dazu dienen, einen Förderantrag vorzubereiten. In diesem Zusammenhang wurde ein Planungsbüro eingeschaltet, das bereits früher Radverkehrsmaßnahmen in der Gemeinde Rommerskirchen begleitet hat.

Der Beratungsaufwand für die Anfertigung des Förderantrags sollte sich auf 3000 Euro belaufen, die Förderung selbst beliefe sich auf 1500 Euro pro Stellplatz. Was bliebe, wäre ein von der Gemeinde zu schulternder finanzieller Eigenanteil in nicht geringer Höhe.

Angedacht ist nun, nach Alternativen zu suchen. Genannt wird eine so genannte Bike & Ride-Anlage. Auch Anlagen dieser Art sind demnach förderungswürdig (1000 Euro pro Stellplatz). Der entscheidende Vorteil hierbei wäre laut Verwaltung, dass sich die jährlichen Kosten in Grenzen halten, "weil die personalintensiven Bereiche wegfallen".

(NGZ)