1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Friedhofsgebühren steigen drastisch

Rommerskirchen : Friedhofsgebühren steigen drastisch

In anderen Kommunen ist es längst der Fall: Die rasant gestiegene Zahl von Urnenbestattungen führt zu einer Unterdeckung der Gebührenkalkulation. Die Folge: Erstmals seit 2008 steigen die Gebühren.

Der Rat wird am kommenden Donnerstag in seiner letzten Sitzung dieses Jahres über die Erhöhung der Friedhofsgebühren abstimmen. Die können zum Teil um bis zu 40 Prozent steigen, was die Politiker im Haupt- und Finanzausschuss kürzlich einigermaßen konsterniert hat.

Zu einer Diskussion kam es jedenfalls nicht, denn "wir Kommunalpolitiker haben leider kaum Handlungsspielraum in dieser Frage", wie der SPD-Vorsitzende Johannes Strauch sagt. Gebührenhaushalte müssen von Gesetzes wegen ausgeglichen sein, und das wäre ohne die jetzt anvisierte Anhebung der Gebühren nicht mehr möglich. Ursache dafür ist letztlich der Wandel der Friedhofskultur, der auch im Rommerskirchen inzwischen voll durchgeschlagen hat. Ohne, dass es bislang Konsequenzen für die Gebühren gehabt hätte. Schon im März war absehbar, dass die Zahl der Urnenbestattungen 2012 erstmals die der Erdbestattungen übertreffen würde.

Mittlerweile ist es Gewissheit, wie die von Ordnungsamtsleiter Hans Knelleken präsentierten Zahlen belegen. Bis Anfang November gab es in der Gemeinde 115 Beerdigungen, davon 61 Urnenbestattungen. Schon im vergangenen Jahr machten diese fast 49 Prozent aller Bestattungen aus, nachdem der Wert noch 2010 bei 40,6 Prozent gelegen hatte. "Gebührentechnisch hat dies zur Folge, dass im Vergleich zu den Erdbestattungen bei den Urnenbestattungen weniger Fixkosten umgelegt werden können", erläutert Hans Knelleken, der für das Friedhofswesen zuständige Amtsleiter. Der Anstieg der Urnenbestattungen führe damit zwangsläufig zu einer Unterdeckung in der Gebührenkalkulation. So verschieden die Sachbereiche, so vergleichbar ist die Argumentation: Der geplante Gebührenanstieg beim Abwasser ist letztlich auch auf den geringeren Frischwasserverbrauch zurückzuführen.

Der ändert nichts an den dortigen Fixkosten, die gleichwohl umgelegt werden müssen, was auch hier zu höheren Gebühren führt. Urnenbestattungen sind in der Gemeinde juristisch seit 1975 möglich. Lange Zeit so gut wie gar nicht in Anspruch genommen, stieg die Nachfrage so stark, dass 1996 das erste Grabfeld für Urnen- und Wahlgräber ausgewiesen wurde.

In den vergangenen fünf Jahren stieg die Urnenbestattung noch einmal an. Die Gemeinde trägt dem Rechnung: Nachdem auf dem Rommerskirchener Friedhof "Am Teebaum" ein Urnenfeld von 60 Gräbern angelegt wurde, hat die Gemeinde das Feld auf dem Nettesheimer Friedhof in diesem Jahr erweitert. Die in anderen Kommunen übliche Diskussion über die Höhe der Gebühren gab es in Rommerskirchen lange nicht mehr. Zuletzt erhöht wurden sie im Jahr 2008.

(NGZ)