Freizeit in Rommerskirchen: Bahndamm soll komplett erneuert werden.

Freizeit und Natur in Rommerskirchen : Bahndamm soll komplett erneuert werden

Um die Zahl der zu fällenden Bäume gibt es Streit. Die FDP entdeckt für sich den Umweltschutz.

Der so genannte „Strategische Bahndamm“ soll auf seiner insgesamt 13 Kilometer langen Strecke umgestaltet werden. In Kürze beginnen die vorbereitenden Arbeiten für den späteren Ausbau, die bis Ende Februar abgeschlossen sein sollen. Geplant sind Rampen an den Bahndamm-Zugängen, damit er auch von nicht mehr sehr mobilen Bürgern genutzt werden kann. Der Weg soll zugunsten von Radlern verbreitert werden. Ausgebaut werden soll die Route als wassergebundene Decke ohne Beton.

Bei den Vorarbeiten geht es um Baumfällungen und Schnittmaßnahmen. Zudem werden Nisthilfen für Fledermäuse und Vögel angebracht. Um den Weg in der erforderlichen Breite von 2,50 Meter anlegen zu können, sollen auch Bäume gefällt werden. Beim Wegebau würden ansonsten die Wurzeln beschädigt und der Baum würde absterben und umfallen.

Nachdem die Baumfällungen in der stets ein wenig aufgeregten Facebook-Gruppe „Die Rommerskirchener Buschtrommel“ kritisch kommentiert wurden, sprang FDP-Chef Stephan Kunz auf den Zug auf und meldete sich mit ähnlichem Tenor zu Wort. Um 21.30 Uhr ging vergangenen Samstagabend im Rathaus ein Antrag der FDP ein, „die Rodungsarbeiten in Abstimmung mit den beteiligten Kommunen und dem Rhein-Kreis Neuss sofort zu stoppen und dem Gemeinderat mit dem tatsächlichen Ausmaß über den Eingriff in Natur und Landschaft zur erneuten Beschlussfassung zur Entscheidung vorzulegen.“ Abgesendet hatte ihn Stephan Kunz inmitten einer Karnevalssitzung in Anstel. Nach seiner Darstellung geht es um „annähernd 2000 Bäume, die der Kettensäge zum Opfer fallen sollen.“ Auf einer etwa vier Kilometer langen Strecke habe er selbst etwa 650 zur Fällung markierte Bäume gezählt“, so der FDP-Chef. Die FDP hätte dem Projekt niemals zugestimmt, wenn sie von dieser Dimension gewusst hätte, beteuert Kunz.

Die Gemeinde widerspricht seiner Darstellung vehement. Verwundert zeigen sich Bürgermeister Martin Mertens und die für die Planung verantwortlichen Mitarbeiter des Rathauses vor allem von Kunz’ Berechnungsmethode wie seiner Unkenntnis der Beschlusslage. So ist dem Amtsblatt der Gemeinde, bzw. dessen rechtlich verbindlichem Wortlaut zu entnehmen, dass es de facto um 500 Bäume geht. Unter denen befinden sich auch etliche erkrankte, die ohnehin gefällt werden müssten. Fraglich ist zudem, ob die Zahl von 500 Bäumen überhaupt erreicht wird.

„Schockiert“ zeigt sich Niklas Salzmann, der seitens der Gemeinde für die Planung verantwortlich zeichnet, dass eine von mehreren Behörden monatelang entwickelte Planung „jetzt in Frage gestellt werden soll.“ Beteiligt war u.a. der Landschaftsbeirat, dem in Sachen Natur- und Umweltschutz noch nie jemand eine laxe Haltung hat vorwerfen können.