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Rommerskirchen: Frauen knacken Männerbastion

Rommerskirchen : Frauen knacken Männerbastion

Bei den St.-Hubertus-Schützen dürfen ab sofort auch Frauen Mitglied werden. Ein im Sommer noch gescheiterter Vorstoß des Tambourkorps "Einigkeit" fand jetzt die nötige Mehrheit.

Vergangenen Sommer war ein entsprechender Vorstoß noch gescheitert – jetzt ist es doch noch gelungen, mit dem St.-Hubertus-Schützenverein eine der letzten Männerbastionen zu schleifen.

Bei einer neuerlichen Abstimmung darüber, ob fortan auch Frauen Mitglieder des 1893 gegründeten Vereins werden können, kam die satzungsgemäß erforderliche Dreiviertel-Mehrheit für eine entsprechende Satzungsänderung zustande. Als "Speerspitze" für mehr "Frauenpower" bei den Schützen fungierte erneut das 2007 gegründete Tambourkorps "Einigkeit": In dessen Reihen mischen von Beginn an Frauen mit. So stellte jetzt der neue Vorsitzende Hans-Friedhelm Cremer wie schon sein Vorgänger Helmut Hösen im Juli 2010 den Antrag, Frauen auch im Schützenverein selbst zuzulassen.

Weit über zehn Schützen erklärten sich bereit, den Vorstoß zu unterstützen. Bei der Abstimmung votierten 33 Brauchtumshüter dafür und nur noch vier dagegen, während sieben Enthaltungen zu verzeichnen waren. Die "Ablehnungsfront" war binnen weniger Monate zusammengeschmolzen – Ende Juli 2010 hatte es immerhin noch 18 Gegenstimmen gegeben. Schon damals hatte sich allerdings angedeutet, dass die Befürworter eines reinen Männervereins ein letztes Rückzugsgefecht bestritten. Präsident Peter Alois Küx hatte sich nachdrücklich für eine Mitgliedschaft von Frauen ausgesprochen und auch Oberst Wiegelmann hätte keine Probleme damit, sie künftig im Regiment anzutreffen. Wiegelmann hatte bereits im Sommer darauf verwiesen, dass die damals gescheiterte Initiative bei der nun abgehaltenen Jahreshauptversammlung neu gestartet werden könne. Die einmal in Gang gesetzte Diskussion war in den vergangenen Monaten jedenfalls nicht mehr zu stoppen, und so war es nach den Worten von Schriftführer Thomas Füßer "absehbar", dass über kurz oder lang Frauen mit gleichen Rechten und Pflichten in den Reihen der Schützen aktiv werden können. Wann eine Frau qua eigener Schießleistung einmal Königin der Vanikumer St. Hubertus-Schützen wird, mag zwar noch in den Sternen stehen. Auf den Vogel schießen dürfen sie jedenfalls, sobald die Satzungsänderung unter Dach und Fach ist. Peter Alois Küx kommentierte die "historische" Entscheidung mit markigen Worten: "Wenn man in einer Monarchie und einer Demokratie groß geworden ist, ist dies schon ein Riesenereignis." Nicht ganz ohne Ironie erinnerte Küx daran, "dass Bürgermeister Albert Glöckner in seiner Neujahrsrede ja vom ,Jahr der Frau' gesprochen hat – wir haben diesen Appell zeitnah umgesetzt."

(NGZ)