Rommerskirchen: "Flaniermeile" unerwünscht

Rommerskirchen: "Flaniermeile" unerwünscht

An der Venloer Straße macht eine Interessengemeinschaft mobil gegen Pläne, die alte Hauptverkehrsader B 59 durch Rommerskirchen umzugestalten.

Rommerskirchen Eine Flaniermeile für Rommerskirchen: Dagegen formiert sich Protest. "Wir haben eine Interessengemeinschaft gegründet, weil wir Anlieger der Venloer Straße nicht ganz die Gedanken der Gemeindeverwaltung nachvollziehen können", sagt Heinz-Willi Wolff (61). Die IG wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, zuletzt gab es Anfang Februar ein Gespräch mit Vertretern des Rates. Wie ernst es den Anliegern ist, hatte kurz zuvor schon eine gut besuchte Bürgerversammlung gezeigt, an der laut Wolff ein Großteil der Betroffenen anwesend war.

Hintergrund des sich heftig regenden Widerstandes sind Überlegungen, die künftig dank weiträumiger Ortsumgehungen verkehrsberuhigte Hauptschlagader Rommerskirchens so umzugestalten, dass sie "Verweilcharakter" hat. In der NGZ hatte Bürgermeister Albert Glöckner zuletzt die Idee für die alte B 59 noch einmal kurz erläutert: "Angedacht ist ein Straßenentwurf, der sehr viel mehr Flair bringen und uns eine Belebung bescheren wird — ich spreche von einer Erlebniszone." Heinz-Willi Wolff will davon jedoch nichts wissen: "Die Venloer Straße soll bleiben, wie sie ist." Eine neue Decke und links und rechts ein Fahrradweg sowie zusätzliche Parkbuchten, das müsse reichen. Weder solle es eine Pflasterung des Mittelstreifens oder der Querungen geben noch eine Begrünung: "Wir sind alle der Meinung, dass Bäume in den Wald oder aufs Feld gehören, aber nicht auf die Straße."

Seitens der IG fürchtet man nicht zuletzt hohe Kosten für die Anlieger, sollte es zu einer umfangreichen Umgestaltung kommen: "Hier wohnen viele Rentner und Kleinunternehmer", sagt Wolff. Für die seien die finanziellen Umlagen kaum zu schultern.

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Was den Zorn der Anwohner besonders erregt: "Wir haben den Eindruck, dass wir nicht eingebunden werden." Eine erste Begehung sei ohne Mitsprache erfolgt. Die IG wolle zwar keinen Streit vom Zaun brechen, aber die Interessen der Bürger müssten in jedem Fall berücksichtigt werden. Und wenn nicht? "Wir sind nicht abgeneigt, auch zu prozessieren!" Gleichwohl: Weitere Gespräche mit der Gemeinde sollen folgen.

Flaniermeile Venloer Straße — Heinz-Willi Wolff bleibt in seiner Ablehnung kategorisch: "Hier wird es nie eine Kölner Straße wie in Dormagen geben!" Für ihn und seine Mitstreiter steht fest: "Die Venloer Straße ist und bleibt die Hauptversorgungsader. Eine Art Fußgängerzone ist utopisch." Dabei verweist er auf das Beispiel Pulheim. Was dort geschehen ist, sei nicht nachahmenswert.

(NGZ)