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Rommerskirchen: Fische sterben im Gillbach

Rommerskirchen : Fische sterben im Gillbach

Der starke Regen der vergangenen Tage hat dazu geführt, dass auch verschmutztes Wasser in den Gillbach gelangt ist. Dieses ist dem Erftverband zufolge Ursache für das zweite Massensterben von Fischen binnen zwei Jahren.

Weder beim Ordnungsamt der Gemeinde noch beim Erftverband standen die Telefone still: Fast auf den Tag genau zwei Jahre, nachdem im Gillbach rund 500 Kilogramm tote Fische geborgen worden waren, gab es jetzt unter den Tieren offensichtlich erneut ein Massensterben.

Friedel Abts, früherer CDU-Politiker und ehemaliger Hausmeister der Gillbachschule, hat gemeinsam mit seinem Enkel Dominik allein im Bereich zwischen dem Rosenweg und dem Nettesheimer Weg gut 100 tote Fische gesichtet. "Ich habe den Eindruck, es waren diesmal sogar noch mehr als vor zwei Jahren", erzählt Abts.

Zahl steht noch nicht fest

Wie groß die Zahl diesmal letztlich sein wird, ließ sich gestern nicht in Erfahrung bringen — Heinrich Schäfer vom Erftverband konnte gestern keine genaue Information geben. Für die Ursache des merkwürdigen Fischsterbens hat er jedoch einen Grund parat: Die starken Regenfälle seit dem Wochenende haben nach Schäfers Worten zu der Gewässerbelastung geführt, die den Fischen derart schlecht bekommen ist.

"Neben Niederschlagswasser ist dabei auch Mischwasser in den Gillbach gelangt", berichtet Heinrich Schäfer, dem zufolge in den vergangenen Tagen "sehr hohe Abschläge" zu verzeichnen waren.

Wie der Leiter der Abteilung für Planung und Bauprojekte sagt, war Mischwasser, also verschmutztes Wasser, auch vor zwei Jahre die Ursache für den Tod unzähliger Fische. Der neuerliche Zwischenfall sei umso bedauerlicher, als die seinerzeit gezogene Konsequenz diesmal noch nicht greifen konnte.

Um einer Wiederholung vorzubeugen, hat der Erftverband nämlich ein großes neues Rückhaltebecken gebaut, das aktuell jedoch laut Heinrich Schäfer "so gut wie fertig" ist. Das Retentionsbodenfilterbecken soll das Mischwasser "zurückhalten und reinigen", erläutert Schäfer. Es ist mit Schilfpflanzen ausgestattet - die aber brauchen noch einige Monate, bis sie richtig angewachsen sind.

Heinrich Schäfer schätzt, dass das gleich gegenüber dem RWE-Kraftwerk an der Bundesstraße 477 in Niederaußem befindliche Becken "in einem halben bis Dreivierteljahr" in Betrieb gehen kann. Nicht nur den Schmutz soll das zweieinhalb Millionen Euro teure Becken dann herausfiltern: Bei starkem Regen wird der Wasserzustrom in den Gillbach reduziert —und zwar drastisch.

Fließen derzeit bei starkem Regen zehn Kubikmeter Wasser in der Sekunde ungebremst in den Gillbach, sollen es künftig nur noch 500 Liter sein, wie der Vertreter des Erftverbands sagt.

(NGZ)