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Rommerskirchen: Filme helfen Demenzkranken

Rommerskirchen : Filme helfen Demenzkranken

Eigens für Demenzkranke produzierte Filme erfreuen sich bei den Bewohnern des St. Elisabeth-Hauses großer Resonanz. Wie beim Betreuungsprogramm kann das Heim dabei auf das Engagement vieler Ehrenamtler setzen.

Über mangelhafte Resonanz und Akzeptanz bei den Einwohnern der Gemeinde kann das Caritashaus St. Elisabeth nicht klagen. "Wir sind eines der Häuser, das am meisten Ehrenamtler hat. Wenn ich die alle zähle, komme ich auf gut 30 Helfer", sagt Monika Pigorsch, Leiterin von St. Elisabeth. Nicht ausschließlich, aber häufig rekrutieren sich die Helfer aus Angehörigen von Bewohnern, die an Demenz erkrankt sind.

Langsame Bilder

Das neuste Angebot des Seniorenhauses, das nur mit Hilfe eines Ehrenamtlers möglich wurde, sind spezielle Filmvorführungen: Thomas Schaidl, dessen demenzkranker Vater im St. Elisabeth-Haus lebt, hat die DVD mit Titel "Ilses weite Welt" im Internet entdeckt. Jeden Freitagvormittag präsentiert er einen höchstens 15 Minuten dauernden Film.

"Es werden ganz einfache Situationen geschildert", sagt Pigorsch. In einer Sequenz etwa geht eine Mutter mit ihren beiden Kindern auf ein Schwein zu. "Die Filme sind ganz langsam gedreht, einzelne Bilder werden gezoomt, damit ein Demenzkranker sie aufnehmen kann", so die Leiterin des Seniorenheims. Beruhigende Musik spielt im Hintergrund, auf Texte wird verzichtet. Pigorsch: "Hinzu kommen haptische Dinge: Das im Bild zu sehende Schwein kann auch als Sparschwein angefasst werden."

Mit den Zuschauern — jeweils drei bis vier — spricht Schaidl über das Gesehene. Auch kleinere Gedichte oder Abzählreime stehen auf dem Programm. "Es ist erstaunlich, was viele noch können, wenn Konzentration nötig und vor allem die Erinnerung abgefragt ist", sagt Pigorsch, die "gute Erfolge" auch bei solchen Patienten registriert hat, deren Erkrankung schon sehr weit fortgeschritten ist.

Etwas mehr Erfolg wünscht die Heimleitung dem Angebot "Botteram un mih" ("Butterbrot und mehr"): Es wendet sich an Menschen, die ihre an Demenz erkrankten Angehörigen zu Hause pflegen. Jeden Montag und Mittwoch können diese ihre Angehörigen im Caritashaus betreuen lassen — sei es nun, weil sie mehr Zeit für sich haben möchten, oder dringend etwas erledigen müssen. Für die Patienten hat dies den Vorteil, dass sie in eine Betreuungsgruppe eingebunden werden.

Neben gemeinsamen Aktivitäten steht der stellvertretenden Heimleiterin Hildegard Hampe zufolge unter anderem auch "die individuelle biografische Betreuung" auf dem Programm. Bewegungsspiele sind ebenso vorgesehen wie Bastel- oder Musikangebote. Auch "Botteram un mih" wird durch eine Gruppe von Ehrenamtlern ermöglicht. Inzwischen ist ein eigener Fahrdienst eingerichtet worden: Er soll dazu beitragen, dass das Angebot, dessen Erprobungsphase noch ein halbes Jahr läuft, sich besser etablieren kann.

(NGZ/rl)