Feldbahnmuseum in Rommerskirchen-Oekoven: Erste Fahrt nach langer Pause

Betriebstag in Rommerskirchen : Erste Fahrt im Feldbahnmuseum nach langer Pause

Großer Andrang bei den Osterfahrten in Oekoven knapp ein Jahr nach der Zwangsschließung.

Um eine stilgerechte Atmosphäre wie bei „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ zu schaffen, war am Montag am ehemaligen Oekovener Bahnhof alles für die Osterfahrten vorbereitet. Ihren Auftritt hatten eine nicht ganz so große Lokomotive vom Typ „Hilax“ und das winzige Kinderbähnchen „Gertrud“, beide kräftig puffend unter Dampf. Hinzu kamen Weichenstellwerke, ein aufmerksames Bahnpersonal im entsprechenden Outfit und das einladende Bahnhofs-Restaurant. Und natürlich die vielen großen und kleinen Besucher. Das ehemalige Arbeitsgerät „Gillbachbahn“ bringt mit drei angehängten Personenwaggons 65 PS mit 45 Passagieren auf die Schiene, „Gertrud“ begnügt sich mit 1 PS und einem Fahrgast.

Elf Monate ruhte im Museum der Bahnbetrieb wegen vom Rhein-Kreis Neuss beanstandeten Brandschutzmängeln. Der ehrenamtliche Mitarbeiter Martijn Spaargaren fügt ein „angeblich“ an, denn den von einem 150 Mitgliedern zählenden Trägerverein unterstützten 15 Aktiven leuchtet das nicht ein. „Wir kämpfen von einem Monat zum nächsten um das pure Weiterbestehen“, wird Marcus Mandelartz deutlich. Was sich die Museumsgründer Bernd und Konrad Thul in den 1970-er Jahren getraut hätten, würde der Eigentümer heute nicht mehr wagen. Nämlich das Grundstück am ehemaligen Bahnhof Oekoven, damals von Rheinbraun, zu übernehmen und auf völlig eigene Initiative zu erhalten und auszubauen.

An diesem sonnigen Tag hatte eine sechsköpfige Brandsicherheitswache der Feuerwehr unter der Leitung von Thorsten Nießen ein Auge darauf, dass alles vorschriftsmäßig ablief. „Wir sind zu Gast bei Freunden und haben ein gutes Miteinander“, bekundete Nießen, „nicht zuletzt, weil wir auf diesem Areal Brandschutzübungen durchführen können.“ Positiv fiel für ihn ins Gewicht, dass seine angerückten Kollegen jedermann Rede und Antwort über ihre Aufgaben und die dafür nötige Ausrüstung machen konnten. Peter J. Möhlen von der Gemeinde Rommerskirchen reihte sich in die Liste der Befürworter des Feldbahnmuseums ein. Möhlen nutzte die Gelegenheit, als Ansprechpartner zu informieren und die neuen Rommerskirchener Radwegkarten zu verteilen.

Und dann war die Bahn unter Dampf und Tuten am Bahnsteig bereitgestellt. Es zeigte sich, dass bereits das Erklimmen der Waggons aufregend, weil ungewohnt war. Weiße Wölkchen ausstoßend, nahm der Zug Fahrt auf – freilich mit etwas Verzögerung, weil der „betriebseigene“ Güterzug zunächst Vorfahrt hatte. Nostalgie pur. Es hätte nur noch gefehlt, dass der Lokomotivführer geräuschvoll frische Steinkohlen in die Glut geschippt hätte. Es war alles echt und völlig unmuseal im vollen Saft. „Mama, wann fahren wir denn los“, fragte der kleine Ben ungeduldig. Er freute sich über die „Gillbachbahn“-Fahrt wie viele andere auch.

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