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Rommerskirchen: "Fasten heißt nicht Hungern"

Rommerskirchen : "Fasten heißt nicht Hungern"

Seit knapp 20 Jahren startet bei der Volkshochschule jeden Aschermittwoch der Heilfasten-Kursus mit Ulrike Sprenger. Die Expertin betont: Wichtig ist nicht allein das Fasten selbst, sondern auch die Phase danach.

Der Karneval ist fast vorbei, vor der Tür steht mit dem Aschermittwoch die bis Ostern dauernde Fastenzeit. Sinnigerweise startet bei der Volkshochschule (VHS) am Aschermittwoch wieder der Kursus "Heilfasten in Theorie und Praxis" mit Ulrike Sprenger. Die Besucherresonanz war in der Vergangenheit unterschiedlich: "Es waren schon mal 100 Leute da, aber es gibt einen harten Kern von 15 Interessierten, die kommen immer", erzählt die Heilpraktikerin und Ernährungswissenschaftlerin.

Fasten muss natürlich jeder für sich allein, doch an vier Abenden versorgt Ulrike Sprenger die Mitwirkenden mit dem nötigen Wissen. Das Fasten selbst "ist relativ leicht", versichert sie aus Erfahrung. Wichtig sind jedoch zunächst simple Fragen, was eingekauft werden muss, und wie sich "Fastenkrisen" entgegenwirken lässt.

"Fasten ist kein Hungern", betont die Expertin. Beim freiwilligen Fasten gehe es darum, aus den Überschüssen des Körpers zu schöpfen und ihn von schädlichem Ballast zu befreien. "Wenn ein Fastender trotzdem noch Hunger verspürt, ist es meist ein Zeichen dafür, dass der Körper noch voll Schlacken steckt, und der Darm noch nicht genügend gereinigt ist. Daher ist es beim Fasten auch so wichtig, gründlich abzuführen", erläutert Ulrike Sprenger.

Wer sich darauf einlässt, muss sich erst einmal gehörig umstellen. Zehn Tage lang gibt es beim von Ulrike Sprenger für die VHS bevorzugten "Managerfasten" ausschließlich flüssige Nahrung: Bis zu drei Liter Wasser, (Kräuter-)Tee und ein Glas frischer Obstsaft stehen ebenso auf dem Speiseplan wie eine Tasse Gemüsebrühe, was wichtig zum Entsäuern ist. Kein geringeres Augenmerk als den zehn Fastentagen selbst sollte den gleichfalls zehn Tagen des Aufbaus gelten. "Es muss langsam aufgebaut werden, sonst besteht die Gefahr, später dicker als vorher zu werden", warnt Ulrike Sprenger.

Die Zeitspanne des Fastens kann natürlich ausgedehnt werden: Das Heilfasten bei chronischen Erkrankungen kann bis zu vier Wochen, zuweilen auch länger dauern. Ulrike Sprenger verweist darauf, dass "Fasten die einzige Möglichkeit des Körpers ist, ohne fremde Hilfe gesund zu werden", zuweilen werde gar von einer "Operation ohne Messer" gesprochen. Prinzipiell gelte, dass alle Menschen fasten könnten und sollten, um sich zu entschlacken.

Hiervon gebe es nur wenige Ausnahmen: Wer unter einer starken Überfunktion der Schilddrüse leide, sollte ebenso davon Abstand nehmen wie Menschen mit einer Leber- oder einer starken Zuckererkrankung. Auch stark abgemagerten Krebspatienten sei dringend abzuraten. Ulrike Sprenger wird ab heute Abend übrigens nicht mitfasten, hat sie ihre Kur doch bereits seit einigen Wochen hinter sich.

(NGZ/rl)