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Rommerskirchen: Existenz der Kastanienschule ist bedroht

Rommerskirchen : Existenz der Kastanienschule ist bedroht

Sinkt die Schülerzahl an einer Grundschule unter 92 Kinder, verliert sie zumindest ihre Eigenständigkeit. Kann eine Eingangsklasse nicht mit mindestens 18 Jungen und Mädchen gebildet werden, droht ihr das Aus.

Nach der jüngsten Prognose des Schulverwaltungsamts wird die Hoeninger Kastanienschule in den kommenden Jahren mehrfach haarscharf an diesen Zahlen vorbei schrammen. Dabei könnte es spätestens im Schuljahr 2019/2020 richtig ernst werden: Dann nämlich ist nach derzeitigem Stand nur noch mit einer Gesamtschülerzahl von 87 Kindern zu rechnen, wobei es für die erste Klasse gerade einmal noch 18 Schüler gäbe.

Monika Lange vom Schulverwaltungsamt der Gemeinde verweist indes darauf, dass den Prognosen nur die Zahl der Kinder zugrunde liegt, die derzeit in Rommerskirchen gemeldet sind. Dies lässt die Dinge für die Kastanienschule schon besser aussehen. Gut 20 Prozent der sie besuchenden Kinder kommen nämlich nicht aus dem Gemeindegebiet, sondern zumeist aus den benachbarten Ortsteilen Grevenbroichs, so dass die Zahlen in fünf Jahren de facto nicht mehr ganz so dramatisch aussehen würden, wenn es hierbei bliebe.

Wie berichtet, hatten sich unlängst Politik und Verwaltung entgegen einer Empfehlung der Gemeindeprüfungsanstalt eindeutig für einen Erhalt der Kastanienschule ausgesprochen. Geradezu drastisch wird der Rückgang an Schülern an der Gemeinschaftsgrundschule Frixheim ausfallen, bei der mit gut einem Drittel weniger Kindern zu rechnen ist. Die 1972 eröffnete Schule wird heute noch von 160 Kindern besucht, wobei es der Prognose zufolge in fünf Jahren nur noch 107 sein werden. Dort gibt es allerdings keine großen Sorgen hinsichtlich einer möglichen Schließung, auch wenn die Schule nicht auf auswärtige Schüler bauen kann.

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Bereits 2013 hatte Rathaussprecher Elmar Gasten auf neue Baugebiete verwiesen, die im Einzugsbereich der in den vergangenen Jahren mehrfach erweiterten Schule geplant seien. Völlig unbelastet ist die Rommerskirchener Gillbachschule als größte der drei Grundschulen. Hier liegt der bis 2019 prognostizierte Rückgang bei gerade einmal elf Kindern. Aktuell gibt es hier 215 Schüler, in fünf Jahren sollen es 204 sein. Insgesamt wird jedoch ein drastischer Schülerrückgang zu verzeichnen sein: Der Prognose zufolge werden es statt aktuell 483 Jungen und Mädchen 2019 nur noch 398 sein, die die drei Grundschulen der Gemeinde besuchen.

"Es wird keine Schulschließungen in Rommerskirchen geben", betont der designierte Bürgermeister Martin Mertens. "Uns ist jede Schule gleich wichtig." Für Mertens ist die jährlich hohe Zahl von Kindern, die auf ein Gymnasium wechseln, ein deutlicher Beweis für "die hervorragende Qualität der Grundschulen" und des Schulkonzepts der Gemeinde. Für ihn "profitieren gerade die Ortsteile im Norden der Gemeinde enorm von der Kastanienschule", so Mertens. "Wir wollen das Prinzip ,kurze Beine-kurze Wege' fortsetzen und den Kindern unserer Gemeinde eine ortsnahe Beschulung ermöglichen."

(S.M.)