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Rommerskirchen: Erntedankumzug soll Tradition werden

Rommerskirchen : Erntedankumzug soll Tradition werden

Der von der evangelischen Kirche initiierte Erntedankzug wird auf dem Festkalender bleiben. Nach der zweiten Auflage gestern Morgen soll es im kommenden Jahr dann erstmals auch eine Erntekönigin geben. Die Resonanz ist sehr gut.

Der Erntedankumzug etabliert sich. Statt nur eines geschmückten Erntewagens waren gestern Morgen gleich fünf bei der zweiten Auflage des Umzuges dabei. Auch der Zugweg wurde verlängert: Erstmals machten die Teilnehmer am Caritas-Haus St. Elisabeth Station. Mit im Zug war natürlich auch die gut 50 Kilogramm schwere Erntekrone, die im August Frauen aus Rommerskirchen gemeinsam mit den "Blüthener Landfrauen" aus der brandenburgischen Partnergemeinde Karstädt angefertigt hatten. Da die evangelische Samariterkirche bereits seit 2012 eine eigene Erntekrone besitzt, wird das jetzige Exemplar voraussichtlich kommenden Donnerstag in die katholische Pfarrkirche St. Peter überführt — rechtzeitig zur dort anstehenden Erntedankfeier.

"Das Erntedankfest ist vermutlich das älteste aller Feste", verwies Bürgermeister Albert Glöckner in seiner Ansprache auf den Brauch. Als "Thanksgiving Day" wird Erntedank in den USA gefeiert, wo der jeweilige Präsident es seit mehr als 200 Jahren mit einem Dank an Gott "für unsere vielen Segnungen" würdigt. Die standen auch im Mittelpunkt der Predigt von Pfarrer Thomas Spitzer beim Erntedankgottesdienst in der Samariterkirche. "Es gibt genug für alle. Es kommt einmal der Tag, an dem die einen nicht auf Kosten der anderen leben", fasste er die Botschaft des Propheten Jesaja in dessen zuvor gelesenem 58. Kapitel zusammen. Was den Unterschied zwischen Himmel und Hölle ausmacht, sei letztlich nur die gegenseitige Hilfe der Menschen, wie Spitzer anhand eines Gleichnisses verdeutlichte. Dass nach dem Gottesdienst rund um die evangelische Kirche weiter gefeiert wurde, ist nicht zuletzt das Verdienst der Eckumer Bürgerschützen. Präsident Friedhelm Müller und seine Vorstandskollegen hatten sogar für die Aufstellung eines Zeltes gesorgt. In dem sorgten die Hobbymusikanten und Teile des Tambourkorps "Heimattreue" für oktoberfestlichen Sound, während die Gäste in Gemeindesaal und Pfarrgarten auch gastronomisch nicht zu kurz kamen.

Dass die evangelische Gemeinde den Erntedankzug künftig alljährlich organisieren will, steht für Thomas Spitzer außer Frage: Künftig soll sogar mit einer Erntekönigin gefeiert werden. Hatten die "Blüthener Landfrauen" die erste Erntekrone im vergangenen Jahr "gebrauchsfertig" an die evangelische Gemeinde geliefert und diesmal einen "Crashkurs" in Sachen Eigenbau gegeben, soll die Krone 2014 ganz in Rommerskirchener Regie gebaut werden. Erste Rommerskirchener Erntekönigin könnte im kommenden Jahr eine der "Blüthener Landfrauen" werden, wie Thomas Spitzer gestern sagte. Die wollen nämlich 2014 erstmals am Erntedankzug durch Eckum und Rommerskirchen teilnehmen - in traditionellen Kostümen.

(NGZ)