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Rommerskirchen: Erftverband gibt Kläranlage in Villau auf

Rommerskirchen : Erftverband gibt Kläranlage in Villau auf

Der Beitrag der Gemeinde soll weitgehend stabil bleiben. Die Politik ist enttäuscht, dass die Gebühren nicht sinken.

In den kommenden Jahren will der Erftverband bis zu 19 seiner derzeit 40 Kläranlagen aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben. In Rommerskirchen ist hiervon die 1981 in Villau gebaute Anlage betroffen. Laut Heinrich Schäfer vom Erftverband bestehe hier "akuter und hoher Sanierungsbedarf". Im Winter 2011 sei es zu massiven Betriebsstörungen gekommen, weil ein Becken zugefroren war. Effizienter als eine Sanierung ist es aus der Sicht des Erftverbands, das hier anfallende Abwasser künftig über einen Verbindungssammler an das Gruppenklärwerk Grevenbroich zu leiten. Der Rhein-Kreis Neuss hat deswegen bereits die großflächige Erneuerung der Asphaltdecke auf der in Grevenbroich zwischen Noithausen und Barrenstein verlaufenden Kreisstraße 10 auf das kommende Jahr verschoben. Der Verbindungssammler soll nämlich längs der K 10 in einem befestigten Seitenstreifen angelegt werden.

Im Planungsausschuss informierten Heinrich Schäfer und Franz-Peter Schiffer, "Finanzchef" des Erftverbands, jetzt über dessen "Masterplan 2025" — unter besonderer Berücksichtigung der Gebührensituation für die Gemeinde. Deren Bürger zahlen die höchsten Abwassergebühren im weiten Umkreis, was in regelmäßigen Abständen zu heftiger Kritik führt. Neben der UWG sind hier insbesondere SPD-Chef Johannes Strauch und der Frixheimer CDU-Vertreter Theo Paschen federführend.

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In punkto Gebühren "fährt Dormagen Fiat, während der Erftverband in Rommerskirchen Porsche fährt", meinte Paschen angesichts der für die Bürger deutlich günstigeren Gebühren in der Nachbarstadt. "Enttäuscht" zeigte er sich von den Ausführungen der Vertreter des Erftverbands. Angesichts der höheren Wirtschaftlichkeit, die der Verband durch die Zusammenlegung mit Grevenbroich erziele, "hätte ich eigentlich mit einer Beitragssenkung gerechnet", meinte Paschen.

Franz-Peter Schiffer zufolge werde der Beitrag im Zeitraum 2014 bis 2015 stabil bleiben und "2017 und 2018 etwas steigen". Ungeachtet hoher Investitionen "können wir den Beitrag weitgehend stabil halten", wie Schiffer sagte. In jedem Fall werde es günstiger, als wenn der Betrieb in Villau weitergeführt würde, betonte der Vertreter des Erftverbands im Planungsausschuss.

Die Gemeinde Rommerskirchen selbst hat übrigens bei der vorgesehenen Schließung der Anlage in Villau kein Mitspracherecht. Das vom Erftverband gewünschte "Benehmen" hatte der Planungsausschuss bereits im Frühjahr erteilt.

Ungeachtet der zwangsläufig eher passiven Rolle der Gemeinde appellierte Johannes Strauch an den Erftverband, angesichts der Gebührensituation im Interesse der Bürger "nicht einmal, sondern lieber fünfmal zu überlegen, ob eine Maßnahme notwendig ist".

Erhalten bleibt die Kläranlage in Anstel. Die wurde zwar bereits im Jahr 1975 gebaut, ist jedoch besser in Schuss als die in Villau. Hier soll das vorhandene Regenrückhaltebecken Meisenweiher ersetzt und durch ein Überlaufbecken ergänzt werden. Entlassungen werde es infolge der angestrebten Halbierung der Kläranlagen beim Erftverband nicht geben, wie Heinrich Schäfer versicherte.

Wie hoch die Gebühren 2014 werden, dürfte dann im November erneut zu einer ausgiebigen Diskussion der Politiker führen.

(NGZ)