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Rommerskirchen: Ein Stimmzettel aus Neuseeland

Rommerskirchen : Ein Stimmzettel aus Neuseeland

Etwas mehr als 16 Prozent der Rommerskirchener Wähler haben ihre Stimme bereits abgeben. Die Zahl der Briefwähler dürfte am Sonntag ähnlich hoch sein wie bei der Kommunal- und niedriger als bei der Bundestagswahl.

Kein böses Wort über die Post: Mitte April hat die Gemeindeverwaltung die Briefwahlunterlagen an einen in Neuseeland lebenden Rommerskirchener verschickt — vor zwei Tagen traf die Rücksendung mit der Stimmabgabe für die Landtagswahl im Rathaus an. Warum der treue Wähler sich der Briefwahl bedient, ist ohne weitere Begründung nachvollziehbar, der es seit einigen Jahren auch ansonsten nicht mehr bedarf.

Längst sind auch in Rommerskirchen die Zeiten vorbei, in denen Bürger nur ausnahmsweise von der Briefwahl Gebrauch machten, oder gar wie noch vor Jahrzehnten, ihre Unterlagen an den Kreis senden mussten: Seit keine Gründe mehr angegeben werden müssen, hat sich der Trend zur Briefwahl verstärkt, wie Wahlleiter Hans Knelleken weiß. 10058 Menschen sind am Sonntag wahlberechtigt, 1635 oder knapp 16,3 Prozent haben bislang bereits per Briefwahl von diesem Recht Gebrauch gemacht.

Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl im vergangenen September lag der Anteil der Briefwähler bei knapp 20 Prozent, bei der Kommunalwahl einen Monat zuvor hatten sich ebenfalls über 16 Prozent der Wähler dafür entschieden, ihre Stimme per Post abzugeben. Etwas außer Konkurrenz läuft auch in punkto Briefwahl die Europawahl, bei der in Rommerskirchen zuletzt nur knapp über neun Prozent Briefwähler registriert wurden. Ausgezählt werden die bei der Briefwahl abgegeben Stimmen am Sonntag erst nach Schließung der Wahllokale, wie Hans Knelleken betont. Zuständig hierfür sind drei Briefwahlvorstände, wobei die 18 Stimmzähler im Rathaus selbst "stationiert" sind. Den Auszählern und der Verwaltung wird dann bekannt sein, wie die Wahl bei den Briefwählern ausgefallen ist. Gesondert veröffentlicht wird dieses Teilergebnis nicht. Hans Knelleken verweist auf das Wahlgeheimnis: Theoretisch ließe sich in Einzelfällen rekonstruieren, wer wie gewählt hat, etwa wenn in einem Wahlbezirk nur eine Briefwahlstimme vorläge.

Knelleken rechnet am Sonntag gegen 20.30 Uhr mit dem Endergebnis: In den 16 Rommerskirchener Wahlbezirken und den Wahllokalen werden dann 130 ehrenamtliche Wahlhelfer zugange sein — darunter auch neue Gesichter. "Ich versuche immer, auch neue Leute reinzubekommen", sagt Knelleken.

(NGZ)