Rommerskirchen: Ein Pfarrer und Kämpfer

Rommerskirchen: Ein Pfarrer und Kämpfer

Pfarrer Hans Otto Bussalb, der mehr als zwölf Jahre lang an St. Peter wirkte, hat immer noch Verbindungen nach Rommerskirchen. Er erinnert sich sehr gerne an eine nicht immer einfache Zeit.

Seit über 20 Jahren ist Hans Otto Bussalb nicht mehr als Pfarrer in Rommerskirchen tätig, doch völlig abgerissen sind seine Verbindungen nicht. "Ich erinnere mich gern an diese Zeit", blickt der Geistliche auf die Jahre von 1977 bis 1989 zurück, als er zwölfeinhalb Jahre lang Pfarrer von St. Peter war – und mit seiner unkonventionellen Art nicht selten für Furore in der Gemeinde sorgte.

Dies hat ihm unbestritten manche Gegnerschaft eingetragen, doch all dies ficht ihn auch heute noch nicht an: "Wenn man sein Christentum ernst nimmt, gibt es solche Konfrontationen – zum Christentum gehört auch die Auseinandersetzung und der Kampf", zeigt sich der 69-Jährige unverdrossen. "Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass es viele Leute gab, mit denen ich sehr gut zusammengearbeitet habe", so Bussalb. Einer von ihnen ist etwa Herbert Hannen aus Vanikum, der damals Vorsitzender des Pfarrgemeinderats von St. Peter war: "Es war nicht einfach, in eine konservative Gemeinde Neues einzubringen", erinnert sich Hannen an die zuweilen turbulente Zeit mit Bussalb. "Er hat am Altar niemals einen Fehler gemacht", so Hannen, der keinen Zweifel daran lässt, dass Hans Otto Bussalb damals viel bewegt hat.

Den Oster- und den Neujahrsempfang der Gemeinde habe der Geistliche eingeführt und auch die heute übliche Einbeziehung der Eltern in die Vorbereitung der Erstkommunikanten gehe auf Bussalbs Initiative zurück.

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Hans Otto Bussalb der seit 1999 im Kölner Pfarrverband "Flittard – Stammheim – Bruder Klaus" tätig ist, wollte nach seiner Zeit in Rommerskirchen eigentlich als Priester in Tansania wirken, doch eine Malariaerkrankung erzwang 1990 schon nach wenigen Monaten seine Rückkehr nach Deutschland. Theologie hat er in Bonn, München und Köln studiert, unter anderem beim damaligen Professor Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst: "Ich habe ihn sehr geschätzt: Man brauchte damals den Verstand nicht abgeben, wenn man in seine Vorlesung ging." Bussalb, der nie gern mit dem Mainstream schwamm, macht indes kein Hehl daraus, dass "ich heute mit ihm nicht immer einer Meinung bin."

Beim Papst studiert

Was er damals im Studium erlebte, machte er später zu einer Leitschnur: Peter Alois Küx etwa, der zu Bussalbs Zeit dem Pfarrgemeinderat angehörte, erinnert sich gern daran, dass er die Gemeinde immer zum Mitdenken und Mitarbeiten aufgefordert hat – wobei er auch seine erklärten Gegner zumindest nie gelangweilt hat.

(NGZ)