Heimchesweg in Rommerskirchen Ein Muss für die Bauern

Rommerskirchen · Wegen des Abrisses der RWE-Brücke am Heimchesweg gibt es für den landwirtschaftlichen Verkehr keine andere Möglichkeit auf die Felder zu gelangen als den Heimchesweg selbst, sagt "Bauer Willi" Kremer-Schillings.

Mit Blick auf die anstehende Erntesaison hat Willi Kremer-Schillings angesichts des aktuellen Gedeihens der Feldfrüchte eigentlich keinen Grund zur Klage. Was seine Stimmung jedoch zuweilen trübt, ist "der Eindruck, dass die Landwirtschaft vor Ort womöglich nicht mehr erwünscht ist". Ging es vor einigen Monaten um die von der UWG ins Gespräch gebrachte, wenn auch nicht ernsthaft forcierte "Treckermaut", sind es aktuell die Beschwerden von Josef Weyrauch, eines Anwohners des Heimcheswegs, über den dort zu verzeichnenden landwirtschaftlichen Verkehr - konkret sind insbesondere Gülletransporte gemeint.

Kremer-Schillings, als "Bauer Willi" bundesweit bekannter Blogger und Buchautor, widerspricht der Darstellung, wonach der verstärkte Verkehr am Heimchesweg drei Wochen lang vorgeherrscht habe, "Es waren zwei Tage, an denen viel los war", sagt er. Dass die Lastwagen den Heimchesweg passieren müssen - und dies angesichts seiner Einstufung als öffentliche Straße auch dürfen - hängt ursächlich mit dem Abriss der einstigen RWE-Brücke am Heimchesweg zusammen, wie Kremer-Schillings deutlich macht. "Wir hätten sonst den ganzen Verkehr über die Brücke abwickeln können", sagt Kremer-Schillings. Die Hoffnung, dass es dort in absehbarer Zukunft eine neue Brücke geben könnte, hält er unter Hinweis auf den Standpunkt von RWE Power für wenig realistisch. So hat das Unternehmen, unter anderem gegenüber der Gemeinde, mehrfach deutlich gemacht, dass es nicht willens sei, für die Brücke einen Ersatz zu schaffen. Eine im Sinne des früheren Bauwerks tragfähige Brücke würde rund 500.000 Euro kosten, sagt Willi Kremer-Schillings. Die Gemeinde prüft derzeit, ob es kostengünstigere Alternativen geben könnte, wobei Bürgermeister Martin Mertens während der Märzsitzung des Rats keine schnelle Lösung in Aussicht stellte. Dass die Gemeinde 500.000 Euro für eine neue Brücke ausgeben könnte, ist eher unwahrscheinlich. Derweil setzt Willi Kremer-Schillings darauf, den nötigen Verkehr über den Heimchesweg mit so wenig Belastungen wie möglich abzuwickeln, doch ganz werden sich diese wohl nicht vermeiden lassen: "Gülle riecht nun mal nicht nach Weihrauch", sagt der Betreiber des Steinbrücker Hofs.

Mehr als ein bloßes Kopfschütteln lösen bei ihm aber auch andere Verhaltensauffälligkeiten "normaler Bürger" aus, die sich auf seinen Feldern an Kürbissen bedienen, mutwillig quer durchs Feld Schneisen treten, "weil es kürzer ist", und dann, von ihm zur Rede gestellt, nicht das geringste Unrechtsbewusstsein zeigen.

Aufatmen konnten Kremer-Schillings und seine Kollegen kürzlich nach der Rübensaat, die angesichts des "wunderbar feinen Bodens" unter idealen Bedingungen erfolgte. Das wenige Tage später folgende Gewitter schien alles zunichte gemacht zu haben, doch die sich angesichts des starken Regens gebildete Kruste ging beim neuerlich starken Regen zurück: Verluste hat es gegeben, doch die Katastrophe ist ausgeblieben.

(NGZ)
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