Rommerskirchen: Ei, wie schräg: Pieptöne und Doppeldotter

Rommerskirchen: Ei, wie schräg: Pieptöne und Doppeldotter

Warum es keine Zwillingsküken gibt und welche Eier essbar sind: Auf dem Wissenschaftlichen Geflügelhof erfährt man's - und vieles mehr.

Schon die Beschreibung eines Eis ist ein wenig "schräg": Rund ist es nicht und ein Ei oval zu nennen, wäre nur der lateinische Ausdruck dafür, dass es halt eiförmig ist. Dass es - unabhängig von der Form - auch manch anderes "Schräge" am Ostersymbol Ei zu bestaunen gibt, lässt sich beim Wissenschaftlichen Geflügelhof lernen. Dort sind Hühner, Gänse, Enten, Tauben und Puten heimisch. Sie alle legen Eier, davon allein die zehn Hühnerrassen ebenso viele verschiedene. Essbar sind die alle, auch wenn hierzulande allenfalls das Gänseei im weiten Abstand zu den derzeit allgegenwärtigen Hühnereiern gefragt ist. "Gesundheitsschädlich sind auch die anderen Eier nicht", sagt Mareike Fellmin. Bei der Frage, ob's schmeckt oder nicht, spielen durchaus kulturelle Prägungen und landsmannschaftliche Bräuche eine Rolle. Von einem aus Sibirien stammenden Mitarbeiter des Geflügelhofs weiß sie zu berichten, dass er auch Enten- und Taubeneier nicht verschmäht.

Grundverschieden ist das Eiweiß der unterschiedlichen Arten. "Wer eine Hühnerei-Allergie hat, kann deswegen sehr wohl Gänseeier vertragen", erzählt Mareike Fellmin. Was der promovierten Biologin sofort in den Sinn kommt, wenn es ums "Schräge" am Ei geht, ist jedoch das Phänomen des Doppeldotters samt seiner Konsequenzen: "Es gibt keine Zwillingsküken." Bildet sich ein Doppeldotter, kann zwar der Brutvorgang seinen Lauf nehmen, doch die Küken überleben nicht.

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"Manche zweieiigen Zwillingsembryos wachsen zwar voll aus, können aber nicht ohne fremde Hilfe schlüpfen", erläutert Charlotte Seliger, die als Studentin beim Geflügelhof arbeitet und dort für ihre Masterarbeit in Tierwissenschaften an der Uni Bonn forscht. "Züchter würden solche Eier gar nicht erst anlegen, weil es nicht erfolgversprechend wäre", sagt sie. Das Kernproblem besteht darin, "dass sich die Küken im Ei drehen müssen, um sich durch die Schale picken zu können", was Mareike Fellmin zufolge nicht gelingt, weil es in einem auch vergrößerten Ei schlicht zu eng für zwei Küken ist. "Eier mit mehreren Dottern sind sehr selten. Je größer ein Ei ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein zweiter Dotter eingelagert wird", sagt sie.

In diesem Jahr hat es nach ihren Worten in Sinsteden noch kein Ei mit doppeltem Dotter gegeben. "Wir würden sie auch nicht einlagern", sagt Mareike Fellmin. Die Woche vor Ostern stand in Sinsteden alles im Zeichen des "Großen Schlüpfens", das auch im ZDF verfolgt werden kann. Auch beim Sprengen der Eierschale gibt es übrigens eine Besonderheit. "Die Küken sprechen sich durch Pieplaute ab. Indem sie Laute von sich geben, animieren sie sich, damit alle möglichst gleichzeitig schlüpfen", verrät Mareike Fellmin.

(S.M.)
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