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Rommerskirchen: Drei Bruderschaften – ein Frühlingsfest

Rommerskirchen : Drei Bruderschaften – ein Frühlingsfest

Die drei St.-Sebastianus-Bruderschaften der Gemeinde St. Martinus in Rommerskirchen feiern erstmals gemeinsam ein Frühlingsfest. Nach der Premiere vor zwei Jahren sind am 13. April nun auch die Ansteler Sebastianer mit dabei.

Aus geschichtlichem Blickwinkel betrachtet gibt es im Einzugsbereich der katholischen Pfarrgemeinde St.-Martinus Nettesheim eigentlich nur eine St- Sebastianus-Bruderschaft. Die historische Entwicklung und das Vereinsrecht haben dazu geführt, dass aus den drei Sektionen Nettesheim-Butzheim, Frixheim und Anstel de facto drei eigenständige Bruderschaften geworden sind.

Auch über das Kreisgebiet hinaus zählen sie zu den ältesten ihrer Art: Das Gründungsdatum 1300 wurde der "Griffigkeit" wegen gewählt, die erste urkundliche Erwähnung ist für 1296 verbürgt. Jahrzehnte lang beschränkte sich die Zusammenarbeit der drei Bruderschaften auf die gemeinsame Feier der alle 25 Jahre fälligen Jubiläen. Schon seit einigen Jahren ist hier eine längst noch nicht abgeschlossene Änderung im Gang: "Die Zeiten ändern sich und wir wollten näher zusammenrücken", sagt Matthias Schlömer, Präsident der Frixheimer, mit Blick auf das 2011 erstmals gefeierte Frühlingsfest.

Das war damals nicht so richtig komplett, fehlte seinerzeit doch die Ansteler Bruderschaft. Die wird am 13. April gleichfalls mit von der Partie sein, wenn im Frixheimer Schützenhaus das zweite Frühlingsfest der Bruderschaften gefeiert wird. "Das Problem ist, dass es eigentlich zu viele Feste gibt", nennt der Ansteler Brudermeister Norbert Kramer als Grund dafür, dass nicht in einem ganz großen (Schützenfest-) Rahmen gefeiert wird. Für ein viertes, gemeinsames Schützenfest der drei Bruderschaften lässt sich Kramer zufolge auf absehbare Zeit keine Mehrheit finden. Das Frixheimer Schützenhaus liegt auf halber Strecke und ist angesichts seiner Dimensionen der ideale Ort für das geplante Frühlingsfest. "Wir wollten einen anderen Rahmen haben, in dem es einen zwanglosen Austausch geben soll", sagt Andreas Heinrichs, stellvertretender Brudermeister der Sebastianer aus Nettesheim-Butzheim.

Dass es ein Frühlingsfest wird, ergab sich nahezu von selbst: "Wir haben eine Veranstaltung gesucht, mit der wir kein Schützenfest torpedieren", erzählt Matthias Schlömer mit Blick auf die von Mai bis September währende Kirmessaison. Ein viertes, gemeinsames Schützenfest wird es jedenfalls so schnell nicht geben, wie Norbert Kramer deutlich macht. Ein wesentlicher Grund für das Zusammenrücken der drei Bruderschaften ist die vielzitierte demografische Entwicklung: Die Mitglieder werden älter, der Schützennachwuchs wird weniger und die Bruderschaften schrumpfen tendenziell. Über das heikle Thema einer Fusion hat bislang jedoch noch keine der Bruderschaften ernsthaft nachgedacht. Über das Frühlingsfest hinaus gibt es seit 2012 auch einen weiteren Fixpunkt der Kooperation: An Fronleichnam wird künftig der gemeinsame König aller drei Bruderschaften auserkoren. Die Premiere im vergangenen Jahr zeitigte dabei ein geradezu "ökumenisches" Ergebnis. Der Ansteler Peter Kirschbaum hatte die Idee, geschossen wurde in Butzheim, der in Butzheim lebende Heinz-Werner Hornbacher von der Frixheimer Bruderschaft gewann und gefeiert wurde in Nettesheim. Wichtig ist den Bruderschaften auch der inzwischen institutionalisierte wechselseitige Besuch bei den Patronatsfesten im Januar.

Für die Vorstände steht nach der Grundsatzentscheidung von Ende November 2012 nun erst einmal die Organisation des Frühlingsfests im Mittelpunkt. Ob das Fest im Zwei-Jahres-Turnus künftig dauerhaft auf dem Festkalender stehen wird, lassen die Chefs der Bruderschaften einstweilen noch offen. Zu Entscheidungsfindung wird sicher auch die Besucherresonanz am 13. April beitragen.

(NGZ)