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Rommerskirchen: Dixieland begeistert Publikum

Rommerskirchen : Dixieland begeistert Publikum

Seinen Auftritt im "Kühlen Grunde" gestaltete das "Flöns Royal Dixieland Orchestra" erstmals als "Wunschkonzert". Dabei waren die Musiker in Anstel von den Kenntnissen ihrer Zuhörer durchaus beeindruckt.

Über Mangel an Beschäftigung kann das "Flöns Royal Dixieland Orchestra" in diesen Tagen wirklich nicht klagen: Bei der Verabschiedung von Kreisarchivar Karl Emsbach hat die Band soeben gespielt, Anfang November tritt sie im Neusser Drusushof auf, und im "Kühlen Grunde" in Anstel bestritten die Musiker jetzt mit ihrem Herbstkonzert das letzte Heimspiel der Saison. Natürlich wieder einmal vor vollem Haus, denn in den gut sieben Jahren, die das Ensemble inzwischen am Gillbach auftritt, haben sich Bandleader Hans Weber aus Evinghoven und seine Mitstreiter eine beachtliche Fan-Gemeinde zulegen können.

Rundweg gelungen ist die Premiere als "Wunschkonzert": Die Zuhörer selbst durften – zumindest teilweise – vorschlagen, was gespielt werden soll und machten regen Gebrauch von dem Angebot. Wobei die Musiker angesichts der Kenntnisse ihres Publikums durchaus erstaunt waren, denn das zeigte, dass es übers bloße Laien-Niveau längst deutlich hinaus ist. Die ursprüngliche Skepsis der Band, wonach den meisten Zuhörern wohl lediglich "Ice Cream" bekannt sei, verflog angesichts der abgegebenen Wunschzettel jedenfalls schnell – wenn natürlich auch der eingängige Ohrwurm nicht fehlen durfte. Wobei das "Flöns Royal Dixieland Orchestra" auch bei der Umsetzung des Wunschprogramms einmal mehr auf Hans Meutgens setzen konnte: Seit Jahren Stammgast singt er schon fast ebenso lange begeistert mit, wenn lauthals nach "Ice Cream" gerufen wird. "Er wird jedes Mal besser", attestierte ihm Kornettist Günter Jacob. Gemeinsam mit Bassist Hans Weber und Pianist Wolfgang Geissler gehört Jacob zur "Ur-Besetzung" des "Flöns Royal Dixieland Orchestra", das 1966 von Schülern, Studenten und Lehrlingen gegründet wurde. Zur Stammformation zählen auch Klarinettist Udo Fritsche, Posaunist Günter "Tricky" Strom und Werner Lischke am Banjo.

Während fast fünf Jahrzehnten ist das Orchestra seinem Stil treu geblieben: Dixieland, New Orleans Jazz werden mit Swing und einer Prise lateinamerikanischer Rhythmen gewürzt. Mit seiner Musik könnte das Ensemble zwar auch größere Säle, wenn nicht gar Hallen füllen, doch das wollen Hans Weber und seine Freunde bewusst nicht. "Wir spielen ohne Verstärker, weil wir den Leuten nicht die Ohren zudröhnen wollen", sagt Weber.

Der Kontakt zu den Zuhörern ist der Band wichtig: Ihren dreistündigen Auftritt pflegten die vor Spielfreude strotzenden Musiker öfters zu unterbrechen, wobei dann Witze und Anekdoten für gute Laune sorgten – und natürlich so manche Runde Bier, mit dem das Publikum ganz und gar nicht knauserte.

(NGZ)