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Rommerskirchen: Diebe stehlen 60 Flaschen Edel-Wodka aus Garage

Rommerskirchen : Diebe stehlen 60 Flaschen Edel-Wodka aus Garage

Die Familie Bollig ist erneut Opfer krimineller Machenschaften: Nachdem ein Unbekannter im Februar ihren Briefkasten in die Luft gesprengt hatte, haben jetzt Einbrecher 60 Flaschen Edel-Wodka aus der Garage gestohlen.

Die Überwachungskamera zeigt 0.43 Uhr, als die beiden jungen Männer in das Bild laufen. Entspannt schlendern sie die Uferstraße entlang und steuern auf das Haus mit der Nummer 27 zu: das Zuhause der Familie Bollig. Während der eine aus dem Bild Richtung Garage verschwindet, postiert sich der andere vor der Haustür und schaut genau in die Kamera: Er ist schlank, hat kurz geschorenes Haar, eine Sonnenbrille hat er auf den Kopf geschoben. Der Mann verschränkt die Arme — dann verschwindet auch er aus dem Bild.

Eine Minute später radelt einer der Männer mit einer Kiste unter dem Arm davon, der andere folgt ihm mit schnellen Schritten, auch er trägt einen Karton. "Bei dem Diebesgut handelt es sich um 60 Flaschen hochwertigen Wodka", erklärt Heinz-Peter Bollig, der den Alkohol beruflich vertreibt. Kunden sind Hotels wie das Interconti, das "Vier Jahreszeiten" oder Feinkost Käfer. Eine Flasche kostet 40 Euro.

Nach einer Minute erscheinen zwei andere Männer im Bild. Vor dem Nachbargrundstück postieren sie ein Fahrrad am Begrenzungszaun für die Flucht. Auch sie betreten die Garage und fliehen mit weiteren zwei Kisten.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Familie Ärger mit kriminellen Machenschaften hat. Erst im Februar hatte ein mit Kapuzenpullover bekleideter Unbekannter den Briefkasten der Bolligs an der Uferstraße gesprengt — zum dritten Mal seit dem Jahr 2009. "Wir dachten zunächst, dass die Gasheizung in die Luft geflogen ist", hatte seinerzeit Angelika Bollig gegenüber der NGZ erklärt. Auch die Polizei hatte damals erklärt, dass es sich nicht um handelsübliche Knaller handelt.

"Zwischen dem gesprengten Briefkasten und dem Garagendiebstahl gibt es keinen Zusammenhang", sagte gestern Polizeisprecher Hans Kalinowski der NGZ. Er geht zunächst von einem "normalen Einbruch" aus. Die Kriminalpolizei hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. Das Video könne dabei wertvolle Hinweise geben.

Zufrieden ist Heinz-Peter Bollig nicht. Er hält die Polizeipräsenz für zu gering. "Der Herr Hoffmann ist sehr zuvorkommend, aber ein Halbtagspolizist auf einem Mofaroller reicht einfach nicht aus", so Bollig. Bevor im Notfall ein Ordnungshüter aus Grevenbroich nach Rommerskirchen komme, vergehe schnell eine halbe Stunde. Heinz-Peter Bollig will sich selbst helfen: "Ich stelle bei Aufklärung eine Belohnung von 1000 Euro zur Verfügung." Er überlegt nun, sich Tränengas anzuschaffen. Bollig hofft, dass die Diebe den Wodka verkaufen wollen. "Die ungewöhnliche Flaschenform könnte auffallen."

(NGZ)