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Die Zukunft des Feldbahnmuseums in Oekoven bleibt offen.

Feldbahnmuseum in Oekoven : Zukunft bleibt offen

Trotz des jetzt abgehaltenen Fahrtags im Feldbahnmuseum: Die nächste Auflage am 7. Oktober ist ungewiss. Die Nikolausfahrten finden nach derzeitigem Stand nicht statt. Kreis: „Wir sind im Gespräch“.

Auf den ersten Blick war alles wie sonst beim Fahrtag des Feldbahnmuseums. Bis in die Mittagszeit hinein war der Besucherstrom am Sonntag womöglich noch etwas größer als üblich. Nicht zuletzt viele Familien mit (kleinen) Kindern nutzten die Möglichkeit, sich mit einem Zug übers Gelände fahren lassen, den die 77 Jahre alte Dampflokomotive Hilax zog. 15 Ehrenamtler waren im Einsatz - und doch war alles diesmal ganz anders: Gefahren durfte nur dank einer Ausnahmegenehmigung des Rhein-Kreises Neuss, der das Museum Ende April kurzerhand geschlossen hatte, sinnigerweise wenige Tage, nachdem Marcus Mandelartz , der Vorsitzende de des Museumsvereins, und seine Frau Ute mit dem Rheinland-Taler des Landschaftsverbands ausgezeichnet worden waren. Seither kämpfen sie um die Existenz des Vereins : Vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf haben sie Klage gegen die Ordnungsverfügung des Kreises eingelegt, mit dem sie in ständigen Gesprächen stehen.

Dass diesmal eine Genehmigung erteilt wurde, liegt daran, dass die Zufahrt der Feuerwehr zum Gelände gewährleistet gewesen sei. Der Schluss, dass dann eigentlich auch der nächste Fahrtag am 7. Oktober genehmigungsfähig sein müsste, wäre jedoch verfehlt, wie Kreispresssprecher Benjamin Josephs deutlich macht:

Er verweist auf die bevorstehende „dunkle Jahreszeit“ und darauf, dass der nicht befestigte Weg zum Löschteich bei Regen aufweichen und die Feuerwehr am Zugang zum Gelände hindern könnte. Benjamin Josephs zufolge könne der Weg durch Schotterung, aber auch auch auf andere Weise befestigt werden. Der Schutz von Leib und Leben habe absoluten Vorrang, betonte Josephs gestern.

„Wir wissen noch nicht, ob wir es schaffen“, sagt Ute Mandelartz mit Blick auf einen in den kommenden Wochen anzulegenden Schotterweg. „Das würde noch mal 5000 Euro kosten“, sagt sie mit Blick auf die schon bisher geleisteten Ausgaben, die mit einem Ausfall der Einnahmen aus den Fahrtagen einher gingen.

Inzwischen wurde ein Brandschutzkonzept für das Bistro erstellt, das der Kreis gerade prüfe, wie Ute Mandelartz sagt. Ohne das Bistro wären auch die populären und einnahmeträchtigen Nikolausfahrten im Dezember hinfällig. „Wir haben schon Nikolausfahrten bei Schnee und Kälte gehabt. Da kann man die Leute nicht einfach draußen stehen lassen“, sagt Ute Mandelartz.

Sie ist eher skeptisch und hat nachfragenden Besuchern am Sonntag die Auskunft gegeben, dass nach derzeitigem Stand der Dinge in diesem Jahr keine Nikolausfahrten erfolgen werden. Sollte sich dies ändern, werde es umgehend auf der Internetseite des Vereins mitgeteilt (www.gillbachbahn.de). Wie der Seite zu entnehmen ist, kann das Museum die Brandschutzauflagen „aus eigenen finanziellen Mitteln so kurzfristig nicht erfüllen“. Daher ist zur Unterstützung der Einrichtung ein Spendenkonto eingerichtet worden.