Rommerskirchen: Die Sportabzeichen-Hochburg im Kreis

Rommerskirchen : Die Sportabzeichen-Hochburg im Kreis

Seit Jahren schneidet Rommerskirchen beim Deutschen Sportabzeichen kreisweit am besten ab. Der Turnverein Rommerskirchen hofft, auch künftig auf dem Sportplatz am Nettesheimer Weg trainieren zu können.

Früher ehrte der Turnverein Rommerskirchen (TVR) die Gewinner des Deutschen Sportabzeichens bei seiner Jahreshauptversammlung. Seit etlichen Jahren gibt es hierfür eine spezielle Feierstunde und das aus gutem Grund: Rommerskirchen nämlich ist kreisweit die unbestrittene Nummer 1 in Sachen Sportabzeichen. "Es gibt ein Ranking des Landessportbunds, und da stehen wir relativ zur Einwohnerzahl seit Jahren ganz oben", sagt TVR-Vorsitzender Günter Debets.

Rund 65 Besucher in der Eckumer Gaststätte "Zur Post" verliehen der Ehrung auch diesmal einen würdigen Rahmen. Debets gehörte ebenso zu den Gratulanten wie Wolfgang Hüttche von der Sparkasse Neuss, die den Turnverein sponsert. Bürgermeister Albert Glöckner dankte allen Aktiven für ihr Engagement und nahm gemeinsam mit Übungsleiter Horst Püschel die Ehrungen vor. 56 Deutsche und zehn Bayerische Sportabzeichen inklusive der dazu gehörigen Urkunden wurden verliehen.

2012 waren zahlreiche Neulinge vertreten, aber auch der "harte Kern" der Sportabzeichen-Erwerber räumte wieder ab: Absoluter Rekordhalter ist Alfred Kraus, der sich zum 47. Mal das Deutsche Sportabzeichen holte. Der Langläufer und Marathon-Spezialist musste einst bei der Bundeswehr seinen ersten 5000-Meter-Lauf bestreiten und wäre daran "fast gestorben", wie er sagt. Viele hätten danach solche Strecken gemieden, doch Alfred Kraus wollte es wissen und gewann mit zunehmendem Training immer mehr Geschmack am Laufen. Das alljährliche Sportabzeichen war für ihn angesichts seines sonstigen Pensums kein Kraftakt mehr.

Mit Abstand ältester Teilnehmer ist der TVR-Ehrenvorsitzende Hans Bodenstein: Der 82-Jährige holte sich das Deutsche Sportabzeichen zum 29. Mal. "Es sind moderate Zeitvorgaben, die kann jeder schaffen, wenn man ein bisschen im Training ist", sagt Bodenstein, der sich vorzugsweise durch Schwimmen fit hält. Bei den Frauen liegt Angelika Schulz, die Leiterin der TVR-Schwimmabteilung, mit 15 Mal Gold ganz vorn. Bei den Jugendlichen gilt dies für Nina Juschka, die bereits neun Mal das Sportabzeichen holen konnte.

"Rommerskirchen steht damit wie seit vielen Jahren an der Spitze im Rhein-Kreis Neuss — darauf können wir stolz sein", sagt Horst Püschel, der seit 18 Jahren für das Training in Sachen Sportabzeichen zuständig ist. Wobei er mit gutem Beispiel voran geht: 18 Mal hat er in dieser Zeit das Deutsche Sportabzeichen in Gold geholt und ebenso oft das Bayerische Sportabzeichen mit seinen schwierigeren Anforderungen. Damit hat er beim Turnverein Geschichte geschrieben, denn das Bayerische Sportabzeichen wird ab diesem Jahr nicht mehr vergeben. Horst Püschel ist optimistisch, dass auch 2013 wieder viele Rommerskirchener beim Sportabzeichen mitmachen. Da der Sportplatz am Nettesheimer Weg bald mit Kunstrasen ausgestattet wird, haben Püschel und seine Mitstreiter schon Anfang März mit dem Training begonnen — gut zwei Monate früher als sonst. Der Turnverein ist guter Hoffnung, auch künftig am Nettesheimer Weg trainieren zu können: "Wir gehen davon aus, dass wir die kleine Laufbahn nutzen können", sagt Günter Debets. Verhandlungen mit den Fußballern der SG Rommerskirchen/Gilbach laufen.

(NGZ/rl)
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