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Rommerskirchen: Die Narren sind jetzt an der Macht

Rommerskirchen : Die Narren sind jetzt an der Macht

Beim Rathaussturm übernahmen gestern die Karnevalsgesellschaft Rut-Wieß und die Ansteler Burgritter die Herrschaft am Gillbach. Jetzt freuen sich beide auf die großen Umzüge am Kappessonntag und am Rosenmontag.

Diesmal sollte alles anders werden: An geeigneten "Abwehrmaßnahmen" arbeitet das Baudezernat laut Bürgermeister Albert Glöckner zwar fieberhaft, doch fertig wird es damit erst kommende Woche. Zu spät, um den handstreichartigen Narrenansturm zu bremsen, dem gestern das Rathaus inklusive seiner Besatzung binnen Minutenfrist zum Opfer fiel.

Nur wenige Minuten nach der "magischen" Uhrzeit 11.11 übernahmen das Kinderprinzenpaar Benjamin und Hanna Schuster von den rut-wießen Jecken aus Rommerskirchen sowie das Dreigestirn der Ansteler Burgritter die Macht am Gillbach. Prinz Thomas Rubach, Jungfrau "Georgia" Jürgen Christen und Bauer Werner Bauer fanden das Rathaus einmal mehr von Narren durchsetzt, auch "Zirkusdirektor" Albert Glöckner und seine sich als Piratin für die nächste Folge des "Fluchs der Karibik bewerbende Stellvertreterin Martina Fünger leisteten nicht einmal hinhaltenden Widerstand gegen den Putsch der Jecken.

Die nutzten die seltene Gelegenheit, die Verwaltung einmal hautnah bei der Arbeit erleben zu können — deren virtuos bewältigter Thekendienst ihnen auch unmittelbaren und merklichen Vorteil brachte.

Vor und nach dem Rathaussturm suchten die Narren die örtlichen Kreditinstitute heim, ehe zunächst im Center am Park weitergefeiert wurde. Dort hatte Burgritter- und Rewe-Chef Franz-Günther Herbel wie immer ein großes Festzelt aufgestellt. Neben den örtlichen Gaststätten war dann das Frixheimer Schützenhaus das zweite große karnevalistische Epizentrum, in dem am Nachmittag natürlich auch die neuen Oberhäupter der Gemeinde die Huldigungen ihrer Untertanen entgegen nehmen konnten. Beide Karnevalsgesellschaften können auf eine rundweg gelungene Session zurückblicken.

Dazu beigetragen hat bei den Burgrittern nach den Worten ihres Geschäftsführers Jörg Sauer vor allem "das temperamentvolle Dreigestirn": Als dessen "auffälligster Star" habe sich Jungfrau "Georgia" entpuppt, während der Prinz seiner Autorität vor allem durch das gesprochene Wort Geltung verschafft habe. Bauer Werner Bauer und Prinzenführer Bernhard Willkomm fungierten demgegenüber als umsichtige Bodyguards. Rut-Wieß-Chef Jürgen Schulz freut sich bereits auf den sonntäglichen Festzug, der stets viele tausend Menschen in den Ortskern von Eckum und Rommerskirchen zieht. Lagen bei der Mädchensitzung vor gut zwei Wochen nur 35 Anmeldungen von Fuß- und Wagengruppen vor, werden am Sonntag doch wieder 43 närrische Formationen unterwegs sein. "Wir erwarten gut 800 Teilnehmer beim Zug", blickt Schulz dem ausgelassenen Spektakel gelassen entgegen.

(NGZ/rl)