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Rommerskirchen: Die Jobcenter-Filiale der ARGE zieht um

Rommerskirchen : Die Jobcenter-Filiale der ARGE zieht um

Ab 2014 werden auch Rommerskirchener Langzeitarbeitslose zur Beratung nach Grevenbroich fahren müssen. Nötig macht dies eine Reduzierung der Job-Center-Standorte. Das Sozialamt wird sich verstärkt älteren Bürgern widmen.

Fast auf den Tag genau vor acht Jahren hat die Gemeinde ein Experiment gestartet, das Anfang 2014 sein endgültiges Ende finden wird. Das Sozialamt wird dann nämlich nicht mehr für die Beratung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen zuständig sein. Anträge von Rommerskirchener Empfängern des Arbeitslosengelds II (Hartz IV)werden künftig im neuen Jobcenter Grevenbroich bearbeitet.

Bereits 2011 hatte die Trägerversammlung des aus dem Kreissozialamt und der Agentur für Arbeit gebildeten Jobcenters beschlossen, die Zahl der Jobcenter-Standorte zu reduzieren: Rommerskirchen wird ebenso wie Jüchen dem Standort Grevenbroich zugeschlagen. "Dort wird derzeit noch gebaut. Von Oktober bis Anfang Januar soll der Umzug stattfinden", sagt Dezernent Bernd Sauer. "Die ortsnahe Kundenbetreuung ist damit wieder ein Stück schwerer geworden", bedauert Bürgermeister Albert Glöckner die Entwicklung.

Dem Beginn des "Rommerskirchener Weges" im Juli 2005 ging ein langwieriges Tauziehen mit dem Kreis und der Arbeitsagentur voraus, die darin eher einen "Sonderweg" der Gemeinde sahen. Ungeachtet aller Skepsis ließen sie die dann letztendlich doch gewähren.

Nach Grevenbroich wechseln wird auch eine bisherige Mitarbeiterin des Sozialamts. Ziel ist es nach Albert Glöckners Worten, "dass sie dort auch Ansprechpartnerin für Rommerskirchener Bürger sein soll". Dass letztlich nur eine Mitarbeiterin nach Grevenbroich gehen wird, liegt ihm zufolge daran, dass "das Personal auch durch einen beruflichen Aufstieg nicht zu locken war". Für die Rommerskirchener Hartz IV-Empfänger soll es Fahrtkostenzuschüsse geben, wie Bernd Sauer sagt. Ungeachtet des Wegfalls seiner bisher wahrgenommenen Funktionen im Bereich von Hartz IV wird es für das Sozialamt aber keinen Mangel an Aufgaben geben. Zusätzlich zu den "klassischen" Funktionen eines Sozialamts "bildet das Älterwerden eine große Aufgabe", sagt Glöckner. Die kürzlich vollzogene Ablösung der Caritas bei der "Betreuung" des Seniorennetzwerks 55 plus (die NGZ berichtete) ist dabei nur ein Faktor: Ein erstmals in der Region abgehaltener Demenztag fand vor wenigen Tagen im Center am Park statt.

Beim Gesundheits- und Selbsthilfetag des Rhein-Kreises Neuss wird die Gemeinde am 14. September "mit örtlichen Aktivitäten rund ums Rathaus mitwirken", kündigt Rathaussprecher Elmar Gasten an. Bei bloßen Einzelaktionen soll es aber keinesfalls sein Bewenden haben, beteuern die Verantwortlichen.

Albert Glöckner spricht gar von einem "Masterplan Rommerskirchen für älter werdende Leute". Dazu gehört für die neben der Straßen- und Gehwegplanung auch eine "Neuorganisation" in der Bauplanung. Altersgerechtes Bauen etwa hat derzeit nämlich regelrecht Konjunktur in der Gemeinde. Dieser Verlagerung der Akzente soll das Sozialamt auch personell Rechnung tragen. Während bislang fünf Leute im Rathaus für den Bereich KInder und Jugendliche zuständig sind, sollen es Albert Glöckner zufolge perspektivisch ebenso viele Mitarbeiter im Sozialamt werden.

(NGZ)