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Rommerskirchen: Die Friedhofsgebühren steigen erneut

Rommerskirchen : Die Friedhofsgebühren steigen erneut

Gemeinde begründet das mit höheren Personalkosten; auch der starke Trend zu Urnenbestattungen spielt eine Rolle.

Von 2008 bis 2012 hatte die Gemeinde die Friedhofsgebühren konstant halten können. Für das laufende Jahr hat sie der Rat Ende 2014 zum zweiten Mal binnen gut zwei Jahren erhöht. Der Grund: Tariferhöhungen und die Einstellung eines Vorarbeiters für den Baubetriebshof haben die Personalkosten für 2015 um 20 000 Euro ansteigen lassen. Hinzu kommt, dass für die Erstellung eines digitalen Friedhofsplans weitere Kosten in Höhe von 10 000 Euro entstehen. Die Abschreibung für den neuen Friedhofsbagger ließ sich aus den 2013 gemachten Überschüssen kompensieren. Weitere Möglichkeiten, Kosten aufzufangen, sah die Verwaltung indes nicht.

Angesichts der gesetzlichen Pflicht, Gebührenbedarfsberechnungen ausgeglichen zu gestalten, ist die Erhöhung der Friedhofsgebühren daher "unvermeidlich", wie der zuständige Ordnungsamtsleiter Hans Knelleken sagt. Zugleich betont Knelleken, dass "nicht alle Gebühren erhöht werden". Wohl aber die meisten - wenn zum Teil auch nur geringfügig.

Lediglich um drei Euro steigt etwa die Pauschalgebühr für die Nutzung der Leichenhallen auf 188 Euro. Durchweg angehoben werden die Bestattungsgebühren als solche: Bei Kindergräbern steigen sie um 15 Euro auf jetzt 275 Euro, beim Reihengrab gar um 95 Euro auf nun 565 Euro und ebenso beim Wahlgrab um 95 Euro auf nun 550 Euro. Wird ein Wahlgrab als Tiefengrab gewählt, beträgt die Gebühr ab diesem Jahr 665 Euro, 75 Euro mehr als zuletzt. Deutlich gestiegen ist auch die Gebühr für eine Urnenbeisetzung, nämlich von 260 Euro auf 345 Euro.

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2012 hatte die Gemeinde den damaligen Gebührenanstieg noch mit dem rasanten Anstieg der Urnenbesetzungen begründet. Gebührentechnisch hat dies zur Folge, dass bei den Urnenbestattungen im Vergleich zu den "klassischen" Beerdigungen weniger Fixkosten umgelegt werden können. Die hieraus zwangsläufig auftretenden Unterdeckungen in der Gebührenkalkulation werden durch höhere Gebühren ausgeglichen, gerade auch bei Urnenbestattungen. Der vielzitierte Wandel der Friedhofskultur hat sich in den vergangenen sechs bis sieben Jahren auch im ländlichen Rommerskirchen massiv durchgesetzt. 2012 übertraf die Zahl der rechtlich bereits seit 1975 möglichen Urnenbestattungen erstmals die der Erdbestattungen. 2014 war dies bereits zum dritten Mal der Fall, und zwar so deutlich wie noch nie zuvor: Von 121 Bestattungen, die 2014 in Rommerskirchen vorgenommen wurden, handelte es sich in 68 Fällen um Urnenbestattungen (56,2 Prozent), während nur noch 53 Beerdigungen im Sarg erfolgten (43,8 Prozent).

Die Gemeinde hat diesem Trend längst Rechnung getragen: Auf dem Nettesheimer Friedhof an der Martinusstraße wurde das bereits vorhandene Feld für Urnengräber 2013 erweitert. Auf dem Friedhof "Am Teebaum" in Rommerskirchen ist 2012 ein Urnenfeld für 60 Gräber angelegt worden. Bislang jüngste Neuerung im Friedhofsbereich ist der Memoriam-Garten in Nettesheim, der von der Allrather Firma Krüppel betreut wird und Anfang April ein Jahr alt wird.

(S.M.)