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Rommerskirchen: Die Borussia-Enklave

Rommerskirchen : Die Borussia-Enklave

Selbst in der "Eff-Zeh" Köln-Hochburg Rommerskirchen gibt es Gladbach-Fans wie die "Köttelbachborussen". Einige Mitglieder des Fanklubs haben für den Klassenerhalt sogar eine Fußwallfahrt nach Knechtsteden unternommen.

Heinz Balzer hat sein Gelübde erfüllt: Sollte Borussia Mönchengladbach den Klassenerhalt schaffen, dann werde er zu Fuß nach Knechtsteden pilgern, hatte der Eckumer schon vor einigen Wochen angekündigt. Nach erfolgreich überstandener Relegation machte der 87-Jährige sein Versprechen jetzt wahr. Begleitet haben ihn bei der vierstündigen Fußwallfahrt die "Köttelbachborussen" Hans-Josef Robertz, Kathrin Robertz, Martin Marquardt, Harry Marquardt und Dimitri Rutz.

Wie zuvor gelobt, zündete der leidenschaftliche Borussen-Fan Heinz Balzer in der Klosterbasilika eine Kerze an, ehe es auf den Heimweg ging. Zurück am Köttelbach wurde Bilanz gezogen.

Die Raute im Herzen

Natürlich war die Saison für den Fanklub "Köttelbachborussen 2004" eine Achterbahnfahrt. Mit ihrem Tipp, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, natürlich vor dem 1.FC Köln, lagen sie schief. Umso glücklicher sind die Fans über den kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt. "Auch wenn wir die Raute im Herzen tragen", wie Wilfried Rix sagt: Zum Ende der Hinrunde waren auch die "Köttelbachborussen" arg frustiert. Obwohl samt und sonders Dauerkartenbesitzer, haben sie das ein oder andere Heimspiel im Nordpark "blau gemacht" — zu dürftig waren die Darbietungen.

Mit dem neuem Trainer Lucien Favre und der nicht mehr für möglich gehaltenen Leistungssteigerung waren auch die "Köttelbachborussen" wieder live und in Farbe bei den Spielen dabei. Die meisten Mitglieder des Fanklubs, dessen Epizentrum sich in Ueckinghoven, Deelen und Oekoven befindet, sind dies auch bei Borussia Mönchengladbach.

Von der "Initiative" Stefan Effenbergs haben sie nichts das Geringste gehalten und am Sonntag bei der Mitgliederversammlung im Borussia-Park gegen dessen Pläne gestimmt. Viel Zeit zum Feiern bleibt den "Köttelbachborussen" nicht, wie Wilfried Rix angesichts der "vielen anderen Feiern" deutlich macht, die in Oekoven zurzeit anstehen. Nachdem es in der zurückliegenden Spielzeit nicht geklappt hat, ist für die neue Saison in jedem Fall wieder eine Fahrt zum Nordpark mit dem Planwagen beabsichtigt.

Heinz Rix, Chef der Köttelbachborussen, ist überzeugt, dass sich insgeheim auch sein Nachbar Hermann-Josef Brehl über den Klassenerhalt freut. Brehl ist zwar Fan der Kölner Geißböcke, doch auch er freue sich sicher darüber, dass das rheinische Derby der Liga erhalten bleibt — obwohl vor allem die "Köttelbachborussen" nach den Derbies in den vergangenen Jahren Grund zum Feiern hatten.

(NGZ)