1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Der sportliche Brudermeister

Rommerskirchen : Der sportliche Brudermeister

Vor drei Jahren hat Norbert Kramer den Spaß am Laufen für sich entdeckt. Der Brudermeister der Ansteler Sebastianer läuft kommenden Sonntag in Köln die Halbmarathon-Distanz. Sein Ziel: Unter zwei Stunden bleiben.

Norbert Kramer ist selbst verwundert: "Beim Fußball waren mir früher die obligatorischen drei bis vier Runden zum Aufwärmen immer verhasst", erinnert er sich an seine Zeit als aktiver Kicker. Dass Laufen auch für sich genommen Spaß machen kann, blieb dem Spieler des einstigen TuS Gilbach lange verborgen.

Erst nach "nach 20 Jahren ganz ohne Sport" hat er die Lust am Laufen für sich entdeckt: Beim Urlaub in Holland begann der Brudermeister der Ansteler St. Sebastianus-Schützen 2009 unversehens mit dem Joggen. Übers bloße Freizeit-Joggen ist Norbert Kramer inzwischen längst hinaus. Kommenden Sonntag geht Norbert Kramer beim Köln-Marathon an den Start — in der Halbdistanz über 21 Kilometer.

Bei seiner Premiere im vergangenen Jahr lief er die Strecke in zwei Stunden und 14 Minuten — eine passable Zeit für einen Newcomer. Doch dies reicht Kramer nicht: "Beim ersten Mal läuft man immer auf Ankommen. Diesmal peile ich eine Zeit unter zwei Stunden an", hat er seine Ansprüche an sich selbst inzwischen gesteigert. Seit Juni bereitet er sich intensiv auf die große Herausforderung vor. Sein "normales" Laufpensum von 30 Kilometern in der Woche hat er mit Blick auf den Wettkampf auf 50 Kilometer erhöht.

Erstmals über 20 Kilometer gelaufen zu sein, war für ihn eine einschneidende Erfahrung: "Man meint, dass die Waden platzen — aber es geht", beschreibt er den gewonnenen Kampf gegen den "inneren Schweinehund."

Einen entscheidenden Schub für die sportliche Entwicklung hat dem 48-Jährigen in diesem Jahr ein gut dreimonatiges gemeinsames Training mit "Marathon-Urgestein" Jochen Adomeit und der früheren Deutschen Meisterin Petra Maak gegeben. Via NGZ hatte sich Norbert Kramer Ende 2011 als Cityrunner für die Teilnahme am Korschenbroicher Citylauf beworben. Mit den beiden Marathon-Spezialisten hatte er eine ideale Vorbereitung, doch machte ihm Verletzungspech einen Strich durch die Rechnung: Nachdem er bereits am rechten Knie operiert worden war, wurde wegen eines Menus-Anrisses eine weitere OP fällig.

Aus der Bahn geworfen hat ihn dies allerdings nicht: "Ich habe mir mittlerweile eine gute Kondition aufgebaut", blickt er auf die unliebsamen Zwangspausen zurück. Nun konzentriert er sich auf den Lauf am kommenden Sonntag. Gleichwohl richtet er den Blick doch schon etwas darüber hinaus. Sein Wunschtraum: "Mit 50 beim New-York-Marathon dabei sein, wenn es die Gesundheit zulässt."

(NGZ/rl)