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Rommerskirchen: Der neue Brudermeister von Nettesheim

Rommerskirchen : Der neue Brudermeister von Nettesheim

Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Nettesheim-Butzheim hat einen neuen Brudermeister: Andreas Heinrichs. Jetzt sind neue Einnahmequellen gefragt. Erstmals schrieb die Bruderschaft 2012 rote Zahlen.

Wachablösung bei der St.-Sebastianus-Bruderschaft Nettesheim-Butzheim. Nachdem Brudermeister Johannes Fünger bereits vor einem Jahr erklärt hatte, nicht erneut kandidieren zu wollen, wählten die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung in der Butzheimer Begegnungsstätte Alte Schule jetzt Andreas Heinrichs zu seinem Nachfolger.

Der 48-Jährige gehört der Bruderschaft seit 1977 an und ist im Jägerzug "Jröne Jonge" aktiv. Er und seine Frau Elke sind Eltern zweier Söhne. Beruflich ist Heinrichs als Leiter des Regionalvertriebs der Sparkasse Neuss für deren Standorte in Grevenbroich und Jüchen zuständig. Dem Vorstand der Bruderschaft gehört er seit 2001 an. Bis 2009 war er Geschäftsführer der Sebastianer, seit 2009 stellvertretender Brudermeister. Johannes Fünger machte berufliche Gründe für seinen Rückzug geltend, will die Bruderschaft jedoch weiterhin unterstützen, wo es ihm möglich ist.

Einen Kurswechsel soll es mit dem zum Teil erneuerten Führungsteam nicht geben, wie Heinrichs sagt. Beibehalten werden soll etwas das im Zwei-Jahres-Turnus stattfindende "Konzert im Martinuspark", aber auch die 2011 erstmals angebotene Kulturreihe könnte eine Fortsetzung erfahren. Auf der Agenda der teilweise erneuerten Führungsriege stehen jedoch andere Punkte obenan.

Erstmals hat die älteste und größte Bruderschaft im Gemeindegebiet ein Geschäftsjahr nicht mit schwarzen Zahlen abgeschlossen, wie Geschäftsführer Toni Jordans und sein Stellvertreter Markus Holz berichteten. Hauptfaktor sind die stetig steigenden Musikkosten. "Revolutionäre" Neuerungen wie bei den Eckumer Bürgerschützen, die erstmals auf eine Tanzkapelle verzichten und ausschließlich mit einem Diskjockey feiern, soll es jedoch nicht geben: "So etwas steht bei uns momentan nicht zur Diskussion", sagt Andreas Heinrichs. Die Sebastianer suchen zunächst "Lösungsansätze über die Mitgliederbeiträge und andere Aktivitäten", so der neue Brudermeister. Die Diskussion darüber hält indes noch an, "bis jetzt ist noch nichts entscheidungsreif", so Heinrichs. Im Gespräch sind Veranstaltungen, die definitiv einen Überschuss für die Kasse abwerfen, wie es lange Zeit etwa das frühere Schützenbiwak tat. Ziel müsse es sein "mittelfristig die Einnahmen zu verbessern", so Heinrichs.

Bereits im April stehen Gespräche mit den Schaustellern an, die mangelnde Wirtschaftlichkeit" ausgemacht haben. Gesucht wird nach Lösungenfür einen noch regeren Publikumszuspruch auf dem Festplatz an der verlängerten Wyckgasse. Eine Möglichkeit wäre laut Heinrichs ein Fassanstich zum Festbeginn. Die Fläche des Zelts soll besser ausgenutzt werden, kündigt Heinrichs an. Beim samstäglichen Festauftakt haben die Sebastianer gemeindeweit sowieso die beste Besucherresonanz. Seine Premiere feiert ein neuer Spielmannszug, der mit dem Bundestambourkorps Amicitia die Umzüge mitgestaltet.

(NGZ)