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Rommerskirchen: Der Frauenroman aus Rommerskirchen

Rommerskirchen : Der Frauenroman aus Rommerskirchen

Mit dem gerade erschienenen Buch "Eingeladen und abgeschleppt" setzen Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki ihre seit 2010 bestehende Zusammenarbeit fort. Ein Frauenbuch – das geben sie zu: Aber Männer sind trotzdem wichtig.

Mit dem gerade erschienenen Buch "Eingeladen und abgeschleppt" setzen Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki ihre seit 2010 bestehende Zusammenarbeit fort. Ein Frauenbuch — das geben sie zu: Aber Männer sind trotzdem wichtig.

Als eigenständige Autorinnen waren Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki schon seit etlichen Jahren tätig: Ihre eigentliche Bestimmung scheinen sie jedoch erst 2010 mit der Veröffentlichung ihres ersten gemeinsamen Romans gefunden zu haben. Damals fassten beide den Entschluss, fortan nur noch im Duett zu schreiben — wobei sie sich überaus produktiv zeigen: Mit "Eingeladen und abgeschleppt" legen sie jetzt den mittlerweile dritten Roman binnen knapp zweieinhalb Jahren vor.

Das Etikett "Frauenroman" scheuen Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki nicht, dennoch machen sie kein Hehl daraus, dass auch ihr neues Buch gleichermaßen problemlos von Männern gelesen werden kann. Die kommen nämlich auch im Text vor und das nicht zu knapp. "Man muss viele Frösche küssen, bis man einen Prinzen hat", bringt Sigrid Konopatzki den Inhalt auf eine kurze Formel. Eine anderes Fazit könnte Sylvia Filz zufolge schlichtweg lauten: "Der Mensch denkt, Gott lenkt."

Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Zwillingsschwestern Anfang 30, denen es bis zu einer einzigen Party eigentlich recht gut ergangen ist: Dort wird ihnen allerdings unmissverständlich klar, "dass ihre biologische Uhr heftig tickt", wie Sylvia Filz sagt. Es beginnt eine heftige Suche, bei der von Zeitungsannoncen über Speed-Dating bis hin zum Anbaggern via Facebook das komplette Programm abgespult wird. Ein Happy-End gibt es natürlich auch, wobei zuvor jeder der über 400 Seite mit viel Witz auf den Leser wartet.

Begeistert sind die beiden Autorinnen vom Essener Traumstunden-Verlag, der ihnen bis hin zur Covergestaltung des Romans ein gehöriges Mitspracherecht eingeräumt habe. Zumindest teilweise verdanken sie den Buchtitel übrigens dem wirklichen Leben. Nach einer Lesung ihres Vorgängerromans "Bürozicken" in Kaarst streikte im Februar 2012 das Auto und die Autorinnen mussten sich tatsächlich abgeschleppen lassen: rein technisch betrachtet natürlich. Der Helfer bekam als Dankeschön ein Buch geschenkt, das er wiederum seiner Frau vermachte.

Von der Freude am Schreiben einmal abgesehen, ist es vor allem die große Resonanz bei ihren Lesungen, die die beiden Autorinnen förmlich beflügelt. Mit ihren "Bürozicken" waren sie zuletzt in Ralph Morgensterns "Café Morgenstern" zu Gast. Was gleichsam eine Abschlussvorstellung war, denn "dies war der letzte große Event" in dem inzwischen geschlossenen Kölner Szene- Café, wie Sigrid Konopatzki sagt.

Bei ihren Lesungen in der Region und darüber hinaus erhalten die beiden Autorinnen nicht zuletzt das nötige Feedback für ihre Arbeit: Von dem sie sich auch für weitere Projekte inspirieren lassen. Ausdrücklich "auf Wunsch der Leser" wird ihr nächstes Buch eine Ansammlung von kurzen Geschichten sein. Erscheinen wird das Buch voraussichtlich im Herbst.

Angst davor, dass ihnen der Stoff ausgehen könnte, haben Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki nicht im Geringsten: "Wenn wir ein Buch schreiben, haben wir bereits Ideen für drei neue", beschreiben sie ihre ungebrochene Kreativität.

Am kommenden Freitag, 1. März, sind sie bei der "Mülheimer Lesebühne" in Mülheim an der Ruhr zu Gast. Das erste annähernde Heimspiel mit "Eingeladen und abgeschleppt" bestreitet das Autorinnen-Duo am 6. März ab 18.30 Uhr nicht in Rommerskirchen sondern in der Mayerschen Buchhandlung Krause in Grevenbroich.

(NGZ)