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Rommerskirchen: Der Bau der B 477n verzögert sich erneut

Rommerskirchen : Der Bau der B 477n verzögert sich erneut

Bürgermeister Martin Mertens will kommende Woche gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenbau nach Möglichkeiten suchen, die Planung der B 477 n voran zu treiben. Im Masterplan der NRW-Regierung taucht sie nicht auf.

Der Optimismus war groß im Sommer 2016, als sich das Langzeitprojekt der Umgehungsstraße B 477n nicht nur im Bundesverkehrswegeplan 2030 wiederfand, sondern dort auch im "vordringlichen Bedarf" eingestuft wurde. Seither sind auch wieder anderthalb Jahre ins Land gegangen, in denen sich nichts getan hat, und der Optimismus hat sich zunehmend verflüchtigt.

Immerhin: Der letzte planerische Schritt, die Linienbestimmung, erfolgte vor ziemlich genau acht Jahren. Im Anfang des Jahres vom NRW-Verkehrsministerium vorgestellten Masterplan zur Umsetzung des Fernstraßenverkehrsplans findet sich die B 477n ebenso wenig wieder wie im daraus abgeleiteten Maßnahmenplan.

Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens hat schon vor Bekanntwerden des Masterplans Anfang Januar einen Gesprächstermin mit dem Landesbetrieb Straßenbau in Euskirchen vereinbart; Der Austausch soll in der kommenden Woche stattfinden. Die auch für Rommerskirchen zuständige Landtagsabgeordnete Heike Troles (CDU) ist von Mertens um politische Unterstützung gebeten worden.

"Wir haben mit Verwunderung festgestellt, dass die B 477n nicht im Masterplan auftaucht", sagt der Bürgermeister. Von der bis Mitte 2017 amtierenden rot-grünen Landesregierung sei der Gemeinde signalisiert worden, dass das Vorhaben "zügig umgesetzt" werde, so Mertens.

"Die schwarz-grüne Landesregierung ist offensichtlich doch nicht so wirtschaftsfreundlich, wie sie zu sein vorgibt", kritisiert der Sozialdemokrat Mertens den neuerlichen Aufschub für die B 477n. Nicht allein für die Bevölkerung sei die Umgehungsstraße nämlich eine merkliche Entlastung: Hinzu komme, dass sie "als Verkehrsachse für die Wirtschaft im gesamten rheinischen Revier wichtig ist", betont Mertens.

Leonie Molls, Sprecherin des NRW-Verkehrsministeriums, verweist auf Anfrage unserer Redaktion darauf, dass "zahlreiche Maßnahmen (auch im vordringlichen Bedarf) nicht im Masterplan und auch nicht im Arbeitsprogramm 2018 auftauchen".

Was die B 477n angeht, wird diese nach Auskunft der Ministeriumssprecherin "weitergeführt, sobald Planungskapazitäten zur Verfügung stehen (Informationen zum, aktuellen Planungsstand gibt es im Internet unter www.bvwp-projekte.de/strasse). Unbegründet sei allerdings die unter Kommunalpolitikern offenbar verbreitete Sorge, wonach das Baurecht zehn Jahre nach dem Planfeststellungsrecht verfalle. Dieser Zeitraum bezieht sich Leonie Molls zufolge "lediglich auf Planfeststellungsbeschlüsse für Bundesfernstraßen, die nach dieser Zeit verlängert werden müssen - da hier noch kein Beschluss vorliegt, spielt dies keine Rolle".

Bürgermeister Mertens will nächste Woche jeden Spielraum nutzen, um die Realisierung der B 477n nicht auf der langen Bank dahin siechen zu lassen. "Es ist uns gelungen, 2016 Alexander Dobrindt zu überzeugen, es wird uns auch gelingen Hendrik Wüst zu überzeugen", sagt er mit Blick auf den NRW-Verkehrsminister.

(NGZ)