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Rommerskirchen: Das sind unsere Laternen für St. Martin

Rommerskirchen : Das sind unsere Laternen für St. Martin

Seit Ende der Herbstferien haben sich die Jungen und Mädchen der Gillbachschule für den heutigen Martinszug kräftig ins Zeug gelegt. Die beiden Drittklässler Nick und Jakub und die Zweitklässlerin Amelie waren bereits in den vergangenen Tagen voller Vorfreude auf den heute anstehenden großen Tag. "Fünf Stunden", sagt Jakub, habe er für seine Fackel gebraucht.

Was ein Nettowert sein dürfte, denn sein Mitschüler Nick hat etwa eine Woche lang an seiner Fackel gebastelt. Und zwar ausschließlich selbst, worauf Rektorin Elke Lorleberg großen Wert legt: "Die Mütter dürfen zum Kleben der Fackeln kommen, aber nicht zum Basteln."

Dem eigentlichen Martinszug der Grundschule wird heute wieder ein besonderes Programm voran gehen. Seit der Eröffnung des gleich gegenüber der Schule liegenden Caritashauses St. Elisabeth setzt sich dabei bereits am Vormittag ein etwas anderer Martinszug in Marsch: Nicht für die Kinder, sondern für die Bewohner des Altenheims bestimmt sind nämlich wieder drei XXL-Weckmänner, die die Schüler mitführen.

Gleichzeitig schwärmen Drittklässler aus: Etwa 60 Jungen und Mädchen liefern den Senioren in Rommerskirchen, Gill und Eckum deren Weckmänner frei Haus: "Es ist eine sehr schöne Geste", sagt Elke Lorleberg, der zufolge es diesen Brauch seit gut einem Jahrzehnt gibt. "Wir freuen uns, dass wir immer noch genug Mütter finden, die dabei mitmachen."

Auch etwas anders als andernorts: Die Kinder der Gillbachschule erhalten ihre Martinstüten bereits um 14 Uhr vor dem eigentlichen Zug. In einigen Klassen gibt es dann auch Martinsfeiern. Um 17.30 Uhr fällt der Startschuss für den Zug. Die neue Route führt vor allem durch die Neubaugebiete in der Umgebung der Schule. Erste Station des Zugs, der natürlich vom heiligen Martin und dem legendären Bettler angeführt wird, ist erneut das Altenheim. Zurück an der Gillbachschule, wird dort das Martinsfeuer entfacht.

Die Kinder können sich dann von der live gespielten Geschichte inspirieren lassen, wie einst der heilige Martin seinen Mantel teilte. Was nicht ohne Konsequenzen blieb: "St. Martin ist nun einmal das Fest des Teilens, und diesen Gedanken wollen wir den Kindern vermitteln. Wir bitten sie daher, ihre sehr üppigen Tüten zu teilen", sagt Lorleberg. Gespendet werden die Süßigkeiten seit 2010 der Rommerskirchener Tafel, nachdem sie zuvor an deren Neusser Pendant gingen. "Es wird nicht kontrolliert", versichert Elke Lorleberg.

Der Ertrag jedenfalls konnte sich bisher stets sehen lassen: Drei bis vier große Kisten, die bis zum Rand gefüllt sind, wird die Schule der Tafel sicher auch in diesem Jahr übergeben können.