Rommerskirchen: Das letzte Café muss schließen

Rommerskirchen : Das letzte Café muss schließen

Nach fünf Jahren schließt das einzige Café im Gemeindegebiet. Zuletzt war es immer weniger gelungen, Gäste anzulocken. Insbesondere die Rommerskirchener selbst waren sehr zurückhaltend.

Die Chippendale-Möbel und das übrige Inventar sind bereits verkauft – auch wenn sie noch einige Tage stehen bleiben. Kommenden Sonntag öffnet das Ansteler Kaffeehaus zum letzten Mal. In dem Fachwerkhaus an der Frixheimer Straße 88 sollen neue Wohnungen entstehen. "Wenn der Betrieb nur sonntags gut läuft, können wir davon unsere Kosten nicht decken", sagt Betreiberin Georgia Charalambidou, die das Kaffeehaus im Januar 2011 von dessen Gründerin Maria Migkou übernommen hatte. Nach einigen Weihnachtsfeiern mit Publikum aus der näheren Umgebung hatte Georgia Charalambidou zum Jahreswechsel noch auf bessere Zeiten gehofft. Nicht zuletzt die Kulturveranstaltungen, viele davon mit kölscher Schlagseite, hatten das Kaffeehaus stets gut gefüllt. "Seit Februar haben wir intensiv darüber diskutiert, wie es weitergehen soll – es fehlte halt an der Laufkundschaft", sagt die Gastronomin. "Wir haben versucht, Pächter zu finden, die das zu zweit machen", doch seien potenzielle Interessenten letztlich "erschrocken, wie viel zu tun ist, auch wenn nichts los ist", sagt Georgia Charalambidou.

Richtig rund gelaufen sei das Kaffeehaus zuletzt nur noch Sonn- und Feiertagen, wo auch viele auswärtige Gäste den Weg nach Anstel fanden. Letztlich gescheitert ist das von Maria Migkou im Mai 2007 gestartete Projekt jedoch an der fehlenden Stammkundschaft. Gäste aus Rommerskirchener und Anstel seien rar gewesen. Was natürlich die Frage aufwirft, ob derartige Kaffeehäuser in der Gemeinde überhaupt eine Chance haben. Ein 2004 gestarteter Versuch im Eckumer Dienstleistungszentrum war bereits nach weniger als fünf Jahren gescheitert. Das Personal hatte Georgia Charalambidou schon während des vergangenen Jahres reduzieren müssen. "Bevor man ganz runter rollt, sollte man Schluss machen", sagt sie. Was derzeit für sie "das Schlimmste" ist: Reservierungen für Geburtags- und Kommunionfeiern muss sie in nicht geringer Zahl absagen. Entfallen muss auch der für morgen Abend geplante Gesangsabend mit Franco Barranco: Der in Grevenbroich lebenden Sänger hätte bei der "Abschiedsfeier" des Kaffeehauses mit italienischen Schlagern aufwarten sollen. Auch wenn es zahlreiche Gäste gegeben hat, "die uns unterstützt haben", macht sie keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung: "Man geht mit einem bitteren Geschmack weg." Was ihre persönliche Zukunft angeht? "Ich ziehe ganz weit weg", zieht Georgia Charalambidou einen Schlussstrich.

(NGZ)
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