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Coronavirus: So arbeitet der Krisenstab in Rommerskirchen

Coronavirus : So arbeitet Rommerskirchens Krisenstab

Das fünfköpfige Team um Bürgermeister Martin Mertens trägt eine große Verantwortung.

Geregelte Arbeitszeiten, verlässlicher Feierabend? Für Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens und die vier Verwaltungsmitarbeiter, die mit ihm gemeinsam den Krisenstab der Gemeinde zur Bewältigung der Corona-Krise bilden, ist daran vorerst nicht zu denken. Im Prinzip müssen sie sich von morgens früh bis sehr spät am Abend zur Verfügung halten. Denn mitunter muss sofort gehandelt werden.

Wenn es zum Beispiel darum geht, Quarantäne für mit dem Coronavirus infizierte Bürger anzuordnen, darf nicht gezögert werden. „Schließlich kann es um Leben und Tod gehen“, sagt Mertens. Denn je mehr Zeit zwischen positivem Testergebnis und Unter-Quarantäne-Stellung vergeht, desto größer ist die Gefahr, dass Infizierte weitere Menschen in ihrer Umgebung anstecken. Fälle von Infektion übermittelt das Kreisgesundheitsamt an die Gemeinde, die als zuständige Behörde eine Quarantäne verfügen kann. Und da Ergebnisse vom Gesundheitsamt auch am späten Abend eintreffen können, müssen Mertens und sein Krisenstab quasi immer Gewehr bei Fuß stehen.

Mit der Quarantäne-Anordnung ist es nicht getan. Je nach Sachlage müssen auch Personen ermittelt werden, die mit einem oder einer Infizierten in Kontakt gekommen sind. Mertens verweist auf den 92-Jährigen aus Rommerskirchen, der am Virus gestorben ist. Zu dessen Sohn habe es zunächst keine Daten gegeben. „Deshalb haben wir fieberhaft herumtelefoniert, um Kontakt zu dem Sohn zu bekommen“, berichtete Mertens. Das gelang schließlich, doch sowohl der Gesuchte als auch die Tochter des Verstorbenen hatten sich bereits mit dem Coronavirus angesteckt. Der emotionale Druck, die hohe Verantwortung, Menschen vor der Ansteckung schützen zu müssen und ihnen so vielleicht das Leben retten zu können – das sei es, was wirklich auf ihm und den Mitarbeitern des Krisenstabes laste, urteilt Mertens – viel mehr als die körperliche Inanspruchnahme mit den langen Arbeitstagen.

Zum Krisenstab in der Corona-Krise gehören neben Bürgermeister Martin Mertens dessen Referentn Gianna Lakhal, die Dezernenten Elmar Gasten und Hermann Schnitzler sowie Hans Knelleken vom Ordnungsamt. Zum erweiterten Stab zählen Gregor Küpper (Rechtsamt), Susanne Garding-Maak (Hauptamt) und Kämmerer Bernd Sauer. Der engere Zirkel tauscht sich in der Regel stündlich aus und trifft sich auch an den Wochenenden.

Für den Bürgermeister kommen noch regelmäßige und oft lange Videokonferenzen mit den Bürgermeisterkollegen aus dem gesamten Rhein-Kreis und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hinzu.

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