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Corona: Rommerskirchen verschärft Vorsichtsmaßnahmen

Coronavirus : Rommerskirchen sagt Veranstaltungen ab

Die Gemeinde streicht alle eigenen Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen bis Ende April. Auch das Großreinemachen „Fit für den Frühling“ fällt aus. Wie künftig bei Schulen und Kindergärten vorgegangen wird, wird besprochen.

Martin Mertens stellte am Donnerstagvormittag eine Videobotschaft über die sozialen Netzwerke online. Inhalt: Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen oder zumindest zu verzögern, sagt die Gemeinde alle eigenen öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern ab. Dies gelte zunächst bis zum 30. April. „Wir empfehlen auch allen privaten Veranstaltern, so zu verfahren“, sagte Mertens im Gespräch mit unserer Redaktion.

In den vergangenen Tagen habe sein Telefon kaum stillgestanden, berichtete der Verwaltungschef. Die Unsicherheit und das Informationsbedürfnis der Bürger seien offenbar groß.  „Wir möchten das Infektionsrisiko relativ gering halten“, begründet Mertens die Grenze von 50 Personen, „es ist eine harte Entscheidung, die medizinisch aber notwendig ist. Wenn bei einer Veranstaltung mit 500 Leuten einer infiziert ist, müssen die anderen 499 getestet werden, in Quarantäne, etc. Gegebenenfalls sogar die Familien. Da kommen schnell 2000 Menschen zusammen, die das Gesundheitssystem auf einmal belasten würden und gleichzeitig aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen sind. Bei 50 Personen ist die Zahl noch halbwegs überschaubar.“ Der Bürgermeister betont, dass diese Entscheidung niemandem in der Verwaltung leicht falle.

Zu den Veranstaltungen, die ausfallen, gehört das traditionelle Großreinemachen in der Gemeinde, „Fit für den Frühling“, das eigentlich für den 21. März geplant war. Das für 28. April vorgesehene Ortsteilgespräch in Sinsteden wird verschoben, die Familiendisco im Sonnenbad am heutigen Freitag fällt aus, und die ursprünglich für Mai terminierten Seniorenfahrten werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Rats- und Ausschusssitzungen finden vorerst weiter statt, weil dort in der Regel weniger als 50 Personen anwesend sind. Auch das Seniorenteam der Frixheimer Schützen hat den Seniorenkaffee am 18. März abgesagt.

Damit die Verwaltung handlungsfähig bleibt, wenn gehäuft Krankheitsfälle auftreten sollten, wird in Kürze ein Teil der Mitarbeiter als „Sicherheitsreserve“ zu Hause arbeiten. Sollte es im Rathaus krankheitsbedingt zu Engpässen kommen, könnten die dann daheim hoffentlich gesund gebliebenen Mitarbeiter nachrücken, erläuterte der Bürgermeister. So könnten die wichtigsten Abläufe im Notfall aufrecht erhalten werden, meint Mertens. Ab voraussichtlich 23. März werden Besucher nur nach vorheriger Terminabsprache ins Rathaus eingelassen. Zurzeit würden ein Handlungsleitfaden und ein Notfallplan erarbeitet.

Wie künftig bei Schulen und Kindergärten vorgegangen wird, werde man „individuell“ besprechen, kündigte Mertens an. Für kommenden Dienstag ist ein Treffen der Verwaltungschefs aus dem Rhein-Kreis angesetzt, um sich über ein weiteres gemeinsames Vorgehen zu verständigen.

Da sich die Lage täglich ändern kann, sind kurzfristige neue Maßnahmen denkbar.