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Chinesische Firma Sinoma auf Expansionskurs

Rommerskirchen : „Sinoma“ ist auf Expansionskurs

Die von dem chinesischen Unternehmer Jianpeng Hu gegründete Firma handelt im Internet mit LED-Leuchten und Haushaltswaren aller Art. Weitere Projekte stehen kurz vor der Realisierung.

Großspurigkeit liegt Jianpeng Hu fern: „Wenn ich etwas sage, dann setze ich es gern etwas niedriger an“, sagt der Chef der Firma Sinoma an der Mellie-Beese-Straße im Gewerbepark V.

Am Ende stand in den vergangenen Jahren dann vielfach das Doppelte dessen, was er zuvor prognostiziert hatte - was beileibe nicht allein die vom Zusteller DPD zu befördernden Pakete angeht. Kein Zweifel: Das von ihm 2011 in Köln gegründete Unternehmen befindet sich auf Expansionskurs. Sinoma begann mit dem Online- Handel von LED-Leuchten und hat sein Angebot längst auf Haushaltswaren aller Art ausgeweitet. Damit nicht genug: In der Gründung begriffen ist eine weitere Firma Hus, die chinesische Kindermöbel in Europa vertreiben soll.

Die Dynamik der Unternehmensentwicklung spiegelt auch ein gewissen „Standort-Hopping“ seit 2011 wider. Schon bald nach der Unternehmensgründung führte der Weg 2012 von Köln nach Rommerskirchen, wo Jianpeng Hu ein Lager bereits angemietet hatte, ehe es gebaut wurde. Im Juli 2014 ging es dann zunächst wieder zurück nach Köln, wo die zur Verfügung stehenden Lagerflächen in Ossendorf größer waren. 2015 kam es dann zu erneuten Gesprächen mit der Wirtschaftsförderung der Gemeinde, nachdem im nun bebaubaren Gewerbepark V neue Flächen zur Verfügung standen. „Frau Hoppe hat uns gut geholfen“, zollt Hu der Rommerskirchener Wirtschaftsförderin großes Lob. Am Ende stand eine den Bedürfnissen des expandierenden Unternehmens gerecht werdende Fläche von rund 2700 Quadratmetern. 2016 verlegte Sinoma sein Lager samt Büro nach Rommerskirchen, und im Januar 2017 folgte dann der komplette Umzug. „Anfangs hatte ich Angst, dass nicht alle Mitarbeiter mitgehen, aber fast alle haben den Umzug mitgemacht. Derzeit beschäftigt Sinoma sieben Mitarbeiter und hält Ausschau nach Fachkräften im Bereich e-commerce wie auch im Lagerbereich. Fünf Beschäftigte gibt es inzwischen in China , wo Sinoma Anfang 2018 das erste Büro eröffnet hat.

Als der in Peking geborene Jianpeng Hu - „Baujahr 1980“, wie er in nicht mehr ganz neuem Neudeutsch sagt - am 29. Juli 2000 erstmals nach Deutschland kam, war eine Unternehmerkarriere nicht absehbar. Hu wollte in Deutschland Maschinenbau studieren und tat dies an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen.

Wie er kann auch seine Frau Na Song sich noch exakt an den Tag erinnern, an dem sie in der Bundesrepublik ankam, nämlich ein knappes halbes Jahr später als er am 25. Dezember 2000. Einander kennengelernt haben die beiden indes erst neun Jahre später in Frankfurt. Gemeinsam ist ihnen unter anderem, dass ihre Eltern in beiden Fällen den Entschluss ihrer Sprösslinge, nach Deutschland zu gehen, ohne jede Begeisterung aufnahmen. Was Jianpeng Hu und Na Song ihren Eltern nicht verdenken: Beide nämlich sind Einzelkinder, eine Folge der lange Zeit geltenden chinesischen Ein-Kind-Politik, von der die Regierung in Peking inzwischen abgerückt ist. Sowohl Jianpeng Hu als auch Na Song setzten ihren Kopf durch und konnten sich in der Ferne behaupten, ohne die Verbindung nach China zu verlieren. Na Song, die Kommunikationswissenschaften studiert hat, arbeitet heute an führender Stelle neben ihrem Mann im Familienunternehmen mit. Zeit für Hobbys bleibt dem Ehepaar kaum, dafür sorgt schon die zweieinhalbjährige Tochter Nina. Bei der Wahl des Namens haben sich Jianpeng Hu und Na Song für einen sowohl im Deutschen als auch im Chinesischen gebräuchlichen entschieden, auch wenn der in China aus den beiden Worten Ni Na besteht. Na Song ist übrigens in Qingdao geboren, was den „bilateralen Beziehungen“ zwischen Rommerskirchen und der zeitweiligen deutschen Kolonie womöglich von Nutzen sein kann. Am 12. Juli nämlich ist der Bürgermeister der chinesischen Stadt Qingdao in Frankfurt und Jianpeng Hu ist gern bereit, ein Gespräch mit dessen Rommerskirchener Amtskollegen Martin Mertens zu vermitteln.