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Rommerskirchen: CDU will Lärm an der B 477 thematisieren

Rommerskirchen : CDU will Lärm an der B 477 thematisieren

Für CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe ist die Phase der "Selbstbeschäftigung" der Rommerskirchener Union vorbei. Die CDU will nach den Worten ihres Vorsitzenden nun verstärkt den Kontakt mit den Bürgern suchen.

An politischer Prominenz herrschte beim ersten Winterfest der CDU in Sinsteden kein Mangel, und auch ansonsten konnte der Parteivorsitzende Michael Willmann mit der Besucherresonanz in der Alten Schule zufrieden sein. "Es ist wichtig, dass die CDU nach ihrer Neuformation auch wieder auf die Menschen in Rommerskirchen zugeht. Das Thema Selbstbeschäftigung ist vorbei", meint CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, der die örtliche Union nach den Querelen des vergangenen Jahres wieder im Aufwind sieht. "Es bestehen alle Chancen, den Neuanfang weiter zu entwickeln. Für mich ist es klar, dass ich das unterstütze", sagte er.

Gröhe zufolge geht es jetzt darum, dass die Rommerskirchener CDU "Angebote an die Menschen" mache. Er baut dabei auf die neue Parteiführung: "Ich traue Michael Willmann zu, dass die Dinge vorangehen." Keinen Zweifel hat der auch für Rommerskirchen zuständige Bundestagsabgeordnete aus Neuss, dass auch die örtliche Union im Bundestagswahlkampf ihren Beitrag zu seiner Wiederwahl leisten werde. "Ich kann mich auf den Gemeindeverband im Wahlkampf verlassen. Von den Auseinandersetzungen war ich nie persönlich tangiert", betonte Hermann Gröhe.

Wie Michael Willmann deutlich machte, hat die CDU über die Bundestagswahl hinaus die Kommunalwahlen 2014 und 2015 bereits fest im Blick. Willmann rechnet damit, dass die CDU in diesem Jahr nicht nur ihre Kandidaten für den im Mai 2014 neu zu wählenden Gemeinderat bestimmen, sondern womöglich auch bereits einen Bürgermeisterkandidaten finden wird — dies allerdings erst nach der Bundestagswahl.

"Für uns ist es derzeit wichtig, uns im vorpolitischen Raum zu bewegen, damit uns die Bürger wieder wahrnehmen — da haben wir Nachholbedarf", räumt der seit knapp vier Monaten amtierende Parteichef nach den personellen Turbulenzen des vergangenen Jahres ein. 2012 legten sowohl der bisherige Partei- und Fraktionschef Wolfgang Könen als auch Vizebürgermeisterin Martina Fünger und Heinz-Werner Vetten ihre Ratsmandate nieder. Michael Willmann zufolge "wollen wir die Bürger da abholen, wo sie sind, damit sie die Möglichkeit haben, sich einzubringen."

Ein Beispiel für die neu angestrebte Bürgernähe: Bei der detaillierten Trassenführung der Bundesstraße 477 müsse das Thema Lärmbelästigung erörtert werden. Dabei sollte auch die Bürgerinitiative "Pro Natur und Heimat" ins Boot geholt werden. "Es nutzt ja nichts, wenn man gegeneinander arbeitet", betont Willmann. Zeitlich noch etwas näher liegt das Tagesgeschäft, hier insbesondere die Haushaltsberatungen.

Zu diesem Zweck geht die CDU-Fraktion am 2. und 3. Februar in Nettetal in Klausur und will dort ihre Strategie festlegen. Ob die Union den Haushalt erstmals seit Jahren mittragen oder erneut ablehnen wird, ist Fraktionschef Stephan Kunz zufolge noch offen. "Jetzt geht es darum, Mittel und Wege der Konsolidierung zu finden, die die Bürger nichts kosten", erläutert er den Ansatz.

Die CDU wolle etwa mit einem Vorschlag aufwarten, die Entwicklungsgesellschaft der Gemeinde "zu optimieren", wie Kunz sagt. Die brächte ein Sparpotenzial von jährlich 4000 Euro mit, rückwirkend könnten bereits jetzt 8000 Euro wieder an die Gemeinde zurückfließen. "Man wird bei der CDU verzaubert", meinte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke angesichts des Auftritts von Benjamin Bizer im Kinderprogramm des Winterfests. Die CDU habe einen "guten Start ins neue Jahr hingelegt", befand Petrauschke. Er setzt auf die "jungen Leute an der Spitze" und hofft, "dass das ohne Streit weitergeht."

(NGZ/rl)