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Rommerskirchen: CDU: Doch kein Putsch gegen Willmann

Rommerskirchen : CDU: Doch kein Putsch gegen Willmann

Der CDU-Chef ist einziger Kandidat für die Neuwahl am 29. Oktober. Martin Drees tritt entgegen Gerüchten nicht an.

Bei der CDU gilt das Augenmerk derzeit vor allem ihrer Mitgliederversammlung, bei der am 29. Oktober auf Gut Hermeshof der komplette Vorstand neu gewählt wird. Die Wiederwahl des seit zwei Jahren amtierenden Vorsitzenden Michael Willmann gilt dabei als sicher. Inzwischen, denn parteiintern schossen seit Wochen Spekulationen über einen neuerlichen "Putsch" in der CDU ins Kraut.

"Wir mobilisieren natürlich", war aus Kreisen der Parteiführung zu hören, wenn das Gespräch auf ein Szenario kam, das erfahrungsgemäß nicht unrealistisch schien. Der frühere Parteichef Martin Drees wolle gegen Willmann antreten und werde dabei von Gerhard Heyner und seiner Senioren-Union unterstützt, lautete die Vermutung, die nicht nur bei erklärten Anhängern Willmanns die Alarmglocken ertönen ließ. Immerhin hatte Heyner erst im Januar seine neuerliche Kreistagskandidatur nur mit einem Großaufgebot von Mitgliedern der Senioren-Union gegen den früheren Parteichef Wolfgang Könen durchsetzen können. Heyner, Kreistagsabgeordneter und Ratsmitglied sowie Vorsitzender der Senioren-Union ist der profilierteste Personalpolitiker der CDU: Nicht nur am Sturz von Wolfgang Könen als Fraktionschef war er 2012 beteiligt, 2008 war er noch einer der "Erfinder" des damaligen Newcomers und späteren Bürgermeisterkandidaten (2009) Könen. Seinen wohl spektakulärsten Coup hatte Heyner 2006 gelandet, als er federführend mit dafür sorgte, dass Martin Drees in einer erst während der Mitgliederversammlung erklärten Kampfkandidatur die damalige Vorsitzende Gabi Paulus ablöste. "Ich habe von den Gerüchten auch gehört", sagt Drees, der indes neuerliche Ambitionen auf den Parteivorsitz verneint: "Das ist gar nichts dran. Ich habe daran keinen Gedanken verloren", sagt der Ex-CDU-Chef, der "familiäre und zeitliche Gründe" geltend macht. "Wir haben einen Vorsitzenden, der noch einmal kandidieren will, und dass soll er auch gern tun." Heyner war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Unterstützt wird die Wiederwahl Michael Willmanns u.a. von seinen Stellvertretern Holger Hambloch und Gabi Paulus. Auch Stephan Kunz, in der Fraktion Stellvertreter Willmanns, befürwortet dessen Wiederwahl als Parteivorsitzender: "Die CDU ist seit 2012 so präsent wie noch nie. Hierzu braucht man sich nur die unzähligen Veranstaltungen anzusehen, die über das Jahr verteilt organisiert werden." Für Stephan Kunz "ist Michael Willmann der beste Vorsitzende der letzten sechs Jahre. Wie in den zurückliegenden zwei Jahren werde ich ihn dabei unterstützen", kündigt er an. "Wir haben in den letzten beiden Jahren im Vorstandsteam sehr gute Arbeit geleistet", sagt Michael Willmann. "Sicherlich haben wir auch Fehler gemacht, was aber zum Arbeitsalltag dazu gehört und grundsätzlich kritisch reflektiert wird", betont der CDU-Chef. Wichtig ist für ihn, dass die Bürger "wieder Vertrauen in die CDU Rommerskirchen bekommen." Neuer stellvertretender Parteivorsitzender soll anstelle des unlängst verstorbenen Werner Wolff Carsten Janssen werden.

(S.M.)