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Rommerskirchen: CDU-Chef löst Ortsverbände auf

Rommerskirchen : CDU-Chef löst Ortsverbände auf

Mit einer Organisationsreform will Partei- und Fraktionschef Wolfgang Könen will die CDU schlagkräftiger machen. Die Ortsverbände sollen zerschlagen werden. Keineswegs geplant sei aber eine Zentralisierung.

Die CDU Rommerskirchen hat ihre drei Ortsverbände aufgelöst. Eine Initiative des Gemeindeverbandsvorstands der Union hat jetzt die Kreis-CDU gebilligt. Vorausgegangen sind nach den Worten von Partei- und Fraktionschef Wolfgang Könen Mitgliederversammlungen in den bisherigen Ortsverbänden Rommerskirchen, Hoeningen/Oekoven und Nettesheim/Butzheim/Frixheim/Anstel, bei denen durchaus kontrovers, aber "ohne großes Geschrei" diskutiert worden sei. Letztlich hätten aber alle drei CDU-Gliederungen ihrer Auflösung zugestimmt.

Insbesondere bei den Christdemokraten im Norden der Gemeinde, die bisher vom Ortsverband Hoeningen/Oekoven repräsentiert wurden, habe es gewisse Ängste gegeben. Durch den Wegfall von drei Teilgliederungen will er die Parteiorganisation effizienter machen. Zuspruch gibt es vom CDU-Kreisvorsitzenden Lutz Lienenkämper: "Der Gemeindeverband erhöht damit seine politische Schlagkraft."

Keineswegs beabsichtigt ist laut Wolfgang Könen eine Zentralisierung: "Es geht künftig nicht alles von meinem Büro in Rommerskirchen aus", versichert der CDU-Vorsitzende. Ortsteilforen und Stammtische vor Ort sollen dafür sorgen, dass die Union nach wie vor flächendeckend präsent ist.

Bedeutung hatten die drei Ortsverbände insbesondere für die Kandidatenaufstellungen bei Kommunalwahlen: Auch wenn ihr Votum für den Gemeindeverband rechtlich nicht verpflichtend war, hat dieser sich in den vergangenen Jahrzehnten fast stets daran gehalten, die von den Ortsverbänden vorgeschlagenen Kandidaten auch zu nominieren. De facto soll sich hieran nichts ändern: "Kandidat sollte derjenige sein, der auch vor Ort wohnt – ich will keine ,Satelliten' installieren", sagt Könen. Rommerskirchener oder Nettesheimer, die für die Union in Ramrath oder Hoeningen anträten, werde es auch künftig nicht geben. Könen zufolge wird geprüft, inwieweit satzungsrechtlich geregelt werden könne, "das Vorschlagsrecht in der Region zu belassen". 36 Jahre nach der kommunalen Gebietsreform sei es an der Zeit für einen solchen Schritt, ist Könen überzeugt. In der Union sei hierüber seit Jahren diskutiert worden, "inzwischen ist die Zeit reif dafür." Der CDU-Vorsitzende verweist auf die Beispiele von Düsseldorf und Köln: Auf 16 000, beziehungsweise 22 000 Einwohner gebe es dort jeweils einen Ortsverband der Union. Nichts ändern soll sich nach Könens Worten auch am Ortsproporz bei den Parteifunktionen. Schon bisher kamen seine drei Stellvertreter Heinz-Werner Vetten (Hoeningen), Gabi Paulus (Rommerskirchen) und Hubert Pane (Nettesheim) aus den drei Verbänden.

(NGZ)