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Rommerskirchen: CDU blamiert sich bei Möhlen-Wahl

Rommerskirchen : CDU blamiert sich bei Möhlen-Wahl

Peter-Josef Möhlen ist neben Maria Peiffer neuer Vizebürgermeister. Der Rat wählte ihn knapp mit 10:9 Stimmen.

Peter-Josef Möhlen (CDU) ist neben Maria Peiffer (SPD) neuer zweiter Stellvertreter von Bürgermeister Albert Glöckner. Seine Wahl im Rat fiel gestern Abend aber denkbar knapp aus. Für Möhlen votierten zehn Mitglieder, neun stimmten gegen ihn, hinzu kamen acht Enthaltungen.

Nachdem Bürgermeister Albert Glöckner um 19.18 Uhr das Ergebnis bekanntgegeben hatte, dankte sein Stellvertreter zunächst denjenigen Kollegen, die ihn gewählt hatten. "Ich hoffe, diejenigen, die mich nicht gewählt haben, davon zu überzeugen, dass sie die falsche Wahl getroffen haben." Möhlen wünscht sich "eine gute Zusammenarbeit mit allen Parteien". In der Öffentlichkeit bekannt geworden ist der Sinstedener auch als Präsident der St. Maternus-Bürgerschützen.

Zum knappen Wahlausgang beigetragen hat nicht zuletzt die Tatsache, dass die eigentlich zwölfköpfige CDU-Fraktion lediglich zu acht vertreten war. Neben Holger Hambloch und Gottfried Leuffen fehlten auch Michael Giesler sowie Ratsneuling Bernhard Willkomm. So knapp sie auch ausfiel, mit Möhlens Wahl dürfte das sich bei der CDU seit Monaten nahezu unentwegt drehende Personalkarussell zumindest fürs Erste zum Stillstand gekommen sein.

Die Wahl war nötig geworden, nachdem die bisherige Vizebürgermeisterin Martina Fünger im September ihren Rücktritt erklärt hatte. Die CDU-Politikerin legte zugleich ich Ratsmandat nieder. Sie begründete dies mit den Entwicklungen in der CDU seit dem Sturz des Partei-und Fraktionschefs Wolfgang Könen durch Stephan Kunz im Juni. Ebenso wie Könen und sein bisheriger Stellvertreter Heinz-Werner Vetten legte auch Martina Fünger ihr Ratsmandat nieder.

Der letztlich einstimmig erfolgten, internen Nominierung von Peter-Josef Möhlen waren CDU-intern stürmische Wochen vorangegangen. Dem neuen Fraktionschef Stephan Kunz war es dabei gelungen, die beiden stellvertretenden Parteivorsitzenden Gabi Paulus und Holger Hambloch als potenzielle Kandidaten für das Amt des Vizebürgermeisters zu verhindern. Paulus und Hambloch zählten zu den fünf Fraktionsmitgliedern, die im Juni für den Verbleib von Wolfgang Könen an der Fraktionsspitze stimmten. Bei der CDU-Mitgliederversammlung am 1. Oktober hielten die beiden mit Kritik an der Amtsführung des bisherigen CDU-Kassierers Stephan Kunz nicht hinter dem Berg. Möhlen votierte bei der Neuwahl des Fraktionsvorstands für Kunz.

Die vergleichsweise hohe Zahl von Gegenstimmen und Enthaltungen ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die kleineren Fraktionen UWG, Grüne und FDP (zusammen sieben Mandate) verärgert darüber waren, dass sie von der Kandidatur Möhlens aus den Medien erfahren haben. Auch bei den Sozialdemokraten gab es etliche Mitglieder, die von dem Hickhack in der Union wenig erbaut waren.

(NGZ/rl)