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Rommerskirchen: CDU bemüht sich nach Möhlen-Wahl um neue Einigkeit

Rommerskirchen : CDU bemüht sich nach Möhlen-Wahl um neue Einigkeit

Peter-Josef Möhlen (CDU) nimmt seine nur äußerst knappe Wahl zum Vizebürgermeister sportlich. "Es ging nicht um meine Person. Leider Gottes ist das Ganze zum Politikum zwischen den Parteien hochstilisiert worden", sagt der Mann, der am Donnerstag mit nur 10:9 Stimmen (bei acht Enthaltungen) zum Nachfolger der langjährigen Amtsinhaberin Martina Fünger gewählt worden ist.

Möhlen ist davon überzeugt, dass — wären nicht drei CDU-Ratsmitglieder beruflich verhindert gewesen — sein Ergebnis besser ausgesehen hätte. Dabei war am Rande der Sitzung zu erfahren, dass mindestens drei SPD-Vertreter für Möhlen gestimmt haben. Das würde bedeuten, dass von der CDU höchstens sieben der zehn anwesenden Fraktionsmitglieder für den eigenen Mann gestimmt haben können. Von den vier CDU-Männern, die nicht bei der Sitzung dabei waren, sollen drei beruflich verhindert gewesen sein. Ratsneuling Bernhard Willkomm durfte noch nicht mitstimmen, da er noch nicht verpflichtet gewesen sei. CDU-Fraktionschef Stephan Kunz zeigte sich dennoch "froh, dass er gewählt wurde". Nach Kunz' Worten "hat die CDU nur Einfluss auf ihr eigenes Abstimmungsverhalten, und das war optimal". Die Fraktion habe "absolut eine Einheit gebildet", meinte Kunz.

Ebenso wie der CDU-Parteivorsitzende Michael Willmann ist auch er enttäuscht über die anderen Fraktionen. Angesichts "klarer Aussagen" im Vorfeld ist Willmann "verwundert" über das Wahlergebnis. "Meines Wissens waren die entsprechenden Personen sehr wohl über den CDU-Kandidaten informiert. Offensichtlich ging es darum, die CDU für ihr Verhalten in den vergangenen Monaten abzustrafen."

Willmann verweist auf die Aussage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Mertens, wonach man nicht auf einen am Boden liegenden Gegner treten und ihm eine Chance geben solle. "Das Gegenteil ist erfolgt", meint Willmann. Der CDU-Parteichef zweifelt daran, "was solche Aussagen wert sind". Für ihn stellt sich die Frage, "warum die politischen Gegner keinen eigenen Kandidaten aufgestellt haben". Willmann und Kunz zufolge wird die CDU die Wahl "extern wie auch intern analysieren und entsprechende Schlüsse daraus ziehen".

Für die SPD erklärte Martin Mertens: "Wir gratulieren Peter-Josef Möhlen und wünschen ihm ein glückliches Händchen für seine Aufgaben. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit."

FDP-Fraktionschefin Alice Oßwald kommentierte die Wahl kurz und bündig: "Es ist gut, wenn jetzt mal ein bisschen Ruhe einkehrt."

Für die UWG zeigte sich Norbert Hufschmidt "enttäuscht, dass sich nicht die Mehrheit des Rats für ihn entschieden hat. An der Stelle von Peter-Josef Möhlen hätte ich die Wahl nicht angenommen."

(NGZ/ac)