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Rommerskirchen: CDU-Basis contra Kunz

Rommerskirchen : CDU-Basis contra Kunz

Der bisherige CDU-Vorstand wurde doch entlastet. Die Amtsführung des bisherigen Schatzmeisters Stephan Kunz stieß auf scharfe Kritik. Er und seine Verbündeten scheiterten bei den Delegiertenwahlen für die Kreisebene.

Gestern gab CDU-Kreisgeschäftsführer Hans-Georg Pelzer Entwarnung: Der bisherige CDU-Gemeindeverbandsvorstand ist doch entlastet worden. Hierfür sprachen sich 13 Mitglieder aus, zwei votierten dagegen. Anders als zunächst vermutet, reichten die 18 Enthaltungen nicht aus, der bisherigen Führung die Entlastung zu verweigern.

Der bisherige CDU-Schatzmeister Stephan Kunz. Foto: Jazyk, Hans

Das dennoch ungewöhnliche Abstimmungsergebnis resultierte aus einer kontroversen Aussprache zur Amtsführung des bisherigen Schatzmeisters Stephan Kunz. Eine Rolle spielten auch die Umstände, die im Juni zum Sturz des bisherigen Fraktionschefs Wolfgang Könen durch Kunz geführt hatten.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Holger Hambloch. Foto: frei

166 Mitglieder hatte die Kreis-CDU zuletzt in Rommerskirchen registriert und danach den zu entrichtenden Obolus bemessen. Dass von 46 Mitgliedern keine Beiträge gezahlt wurden, hat die CDU ihrem stellvertretenden Vorsitzenden Holger Hambloch zufolge rund 2000 Euro jährlich gekostet. Inzwischen ist es Stephan Kunz zufolge gelungen, die "nichtzahlenden" Mitglieder auf 23 zu halbieren.

Das Problem säumiger Barzahler habe es lange vor seiner Amtszeit gegeben, erklärte Kunz. "Es ist nicht möglich, dass eine Person 40 Barzahler pro Jahr regelmäßig besucht und abkassiert. Wenn der Kassierer es nicht schafft, ist es die Aufgabe aller, eine adäquate Lösung zu finden."

Dass dies versucht wurde, machte die stellvertretende Vorsitzende Gabi Paulus deutlich: Spätestens seit November 2011 habe der Vorstand Kunz mehrfach gebeten, nach Abhilfe zu suchen. Erst im August seien die Namen der säumigen Zahler bekannt gewesen. Auch wenn es diese stets gegeben habe, "eine Größenordnung wie in den vergangenen Jahren ist es nicht gewesen", sagte Gabi Paulus.

Eine Ursache hierfür könnte die Auflösung der Ortsverbände sein. Stephan Kunz sieht die Motivation seiner schärfsten Kritiker eher darin, ihm am Zeug zu flicken. Georg Breuer, CDU-Bürgermeisterkandidat von 2004, sprach von einer "Intrige". Was Kunz zurückwies: "Eine Intrige ist es definitiv nicht gewesen." Dass er gegen ihn kandidieren werde, habe er Wolfgang Könen zwei Wochen zuvor angekündigt. Für eine nützliche Ergänzung sorgte Könen in seiner einzigen Wortmeldung: In einem Gespräch "haben wir uns die Hand darauf gegeben, dass Stephan Kunz mein Stellvertreter wird. Für mich war das eine Vereinbarung. Die hat er am Abend vor der Wahl aufgekündigt."

Stephan Kunz und seine Mitstreiter konnten bei den Delegiertenwahlen für die Kreisebene keine Mehrheiten gewinnen. Gleiches galt für den von Hubertus Velder gestellten und von ihnen unterstützten Antrag, die Öffentlichkeit auszuschließen.

(NGZ/rl)