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Rommerskirchen: CDU auf der Suche nach dem Profil

Rommerskirchen : CDU auf der Suche nach dem Profil

Wenn sich Samstagnachmittag die CDU Rommerskirchen zu ihrem Familienfest auf dem Grillplatz in Nettesheim trifft, haben die Mitglieder und ihre Gäste viel zu bereden. In dieser Woche haben sie erst das langjährige Fraktionsmitglied Heinz-Werner Vetten und einen Tag später am Dienstag ihren CDU-Parteivorsitzenden Wolfgang Könen verloren, die ihr Ratsmandat beziehungsweise den Partei-Vorsitz niedergelegt haben.

Ob Absicht oder Zufall: Der Zeitpunkt des doppelten Rückzugs scheint gut gewählt, befand sich doch der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Stephan Kunz im Urlaub. Denn ihn und seine Kandidatur zum Fraktionsvorsitzenden am 18. Juni gegen Amtsinhaber Wolfgang Könen, die dieser mit 5:6 denkbar knapp verloren hatte, führen sowohl Vetten als auch Könen selbst — ohne Kunz' Namen zu nennen — als Grund für ihren Rückzug an.

Könen sieht seinen Rücktritt als verantwortliches Handeln zum Wohle der CDU, wie er auch auf der Homepage der Partei kundtut: Er hoffe, dass so zermürbende Grabenkämpfe zwischen der Partei und der Fraktion, aber auch innerhalb der Partei vermieden werden können. "Nach meinem Verständnis von moderner Parteiarbeit lassen sich politische Ziele nur auf einer vertrauensvollen Basis erreichen, die für alle Beteiligten verbindlich ist", so der scheidende Vorsitzende. Damit stellt Könen klar, dass diese vertrauensvolle Grundlage für ihn mit seinem Nachfolger als Fraktionschef nicht gegeben war. Kunz selbst hatte eine Zusammenarbeit mit Könen weiterhin für möglich erklärt, ebenso wie mit allen Fraktionsmitgliedern, auch denen, die bei der 6:5-Kampfabstimmung gegen ihn gestimmt hatten: "Das ist Demokratie."

Jetzt gilt es für Stephan Kunz, die Partei beim Neustart in ruhigere Fahrwasser zu dirigieren. Auf ihn kommt die schwierige Aufgabe zu, die Fraktion zu einen und auch von der Partei unterstützt zu werden. Die Zeit drängt, will die CDU bereits bei der Bundestagswahl 2013, der Kommunalwahl im Frühsommer 2014 und der Bürgermeisterwahl ein Jahr später beim Wähler punkten. Dabei sind umsetzbare Visionen und ein klares Profil wichtiger als Personalien, die in diesem Sommer die CDU-Lage bestimmten.

(NGZ/ac)