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Rommerskirchen: Bürgersteuern bleiben stabil

Rommerskirchen : Bürgersteuern bleiben stabil

Die Gemeinde hat einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf präsentiert. Dennoch wird im Rathaus nicht gejubelt. Bürgermeister Albert Glöckner meint: "Sparen ist kaum noch möglich, 2013 kommt die wirkliche Herausforderung."

Als Bürgermeister Albert Glöckner gestern den Haushaltsentwurf der Gemeinde für 2012 präsentierte, verteilte er zu Beginn auch ein wenig stolz ein Antwortschreiben der Landesregierung zu den "Zukunftsperspektiven von Rommerskirchen". Von "positiven Standortbedingungen" ist da die Rede, von "geringer Arbeitslosenquote" oder "bedeutenden Arbeitgebern". Das spiegelt sich ein wenig auch in dem Zahlenmaterial wider, das die Verwaltung präsentierte: Der Haushaltsentwurf für 2012 ist ausgeglichen. Doch es ist eng.

Appell an den Rhein-Kreis Neuss

Über Wasser halten kann sich die Gemeinde derzeit noch mit dem Verkauf von Wohngrundstücken. "Wir verkaufen etwa 20 Grundstücke im Jahr", so Glöckner. Das bringt immerhin zwei Millionen Euro ein. Rund 40 000 Quadratmeter Grundstücksfläche kann die Gemeinde in der Zukunft noch an den Mann bringen. Doch der Flächenverbrauch wird von seiten der Bezirksregierung kritisch beäugt.

Für die Bürger hat die Gemeinde eine gute Nachricht: Grundsteuer A (220 Punkte), Grundsteuer B (410 Punkte) und Gewerbesteuer (435 Punkte) sollen stabil gehalten werden. Letztere ist mit 3,3 Millionen Euro in diesem Jahr unerwartet hoch ausgefallen. Glöckner: "Und im kommenden Jahr gehen die BoA-Blöcke von RWE ans Netz." Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung wurde außerdem um den Antrag eines Unternehmens gesprochen, dass sich auf einer Fläche von 60 000 Quadratmetern ansiedeln möchte.

Auch positiv: Die Einkommensteuer konnte mit 5,443 Millionen Euro veranschlagt werden. Das sind immerhin 543 640 Euro mehr als 2011. Die Ausgabenseite ist insbesondere geprägt durch die Kreisumlage und die Personalkosten. Einen Appell richten die Gemeindevertreter insbesondere an den Rhein-Kreis Neuss. Die Kreisumlage werde Haushaltsbestimmend sein. "Ich gehe davon aus, dass der Rhein-Kreis der Finanzkraft der Kommunen Rechnung tragen wird", sagt Kämmerer Hermann Schnitzler hoffnungsfroh.

Die Gemeinde setzt immerhin 6,148 Millionen Euro an. Damit sei die Umlage selbst mit den bisherigen Bemessungsgrundlagen auf Rekordniveau. Die Personalkosten konnten dagegen exakt in der Höhe der Kosten des Jahres 2011 angesetzt werden. Wie auch andere Gemeinden leidet Rommerskirchen an gesunkenen Schlüsselzuweisungen durch das Land. 2010 standen noch 2,351 Millionen Euro zu Buche, 2011 nur noch 980 363 Euro; 2012 rechnet die Gemeinde sogar nur mit 872 902 Euro. Albert Glöckners Fazit: "2013 wird für uns eine richtige Herausforderung, es wird enger und enger."

(NGZ)