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Rommerskirchen: Bürgerfragen zur B 477n

Rommerskirchen : Bürgerfragen zur B 477n

Heute findet im Rathaus der letzte Behördentermin im Rahmen des Linienbestimmungsverfahrens für die B 477n statt. Fünf Politiker sind als Gäste dabei. Eine Beteiligung der Bürger gibt es heute nicht.

Fünf Ratsmitglieder aus allen Fraktionen dürfen heute als Gäste in "ihrem" Ratssaal dabei sein, wenn es dort noch einmal um die Bestimmung der konkreten Linie für die geplante Umgehung der Bundesstraße 477 geht. Gleichwohl werden die Politiker nicht die Hauptrolle spielen, handelt es sich doch um den letzten Behördentermin im gegenwärtigen Verfahrensabschnitt, zu dem der Landesbetrieb Straßenbau eingeladen hat. Ein halbes Jahr nachdem die Planung im Rathaus öffentlich ausgelegt wurde und reges Interesse bei den Bürgern fand, soll nun der Schlusspunkt unter das Linienbestimmungsverfahren gesetzt werden.

Zu den entschiedensten Kritikern gehört die Kreisbauernschaft. Wegen der existenziellen Bedeutung für manch einen Landwirt, hatte deren Geschäftsführer Peter Herzogenrath sogar das Projekt B 477n als solches in Frage gestellt. Politikern und Mitglieder der Initiative "Pro Natur und Heimat" zeigten sich im Vorfeld des heutigen Behördentermins ebenfalls wenig begeistert: Gottfried Leuffen (CDU) etwa vermisst im aktuellen Verfahrensstadium eine Würdigung der Stellungnahmen, die die Bürger abgegeben habe – und zwar in großer Zahl. "Ich weiß nicht, ob das rechtlich einwandfrei ist", so Leuffen, für den "es in einer Demokratie eigentlich anders sein müsste".

Wenngleich sie heute nichts zu melden haben, außen vor sind die Bürger nach den Worten von Baudezernent Hans-Josef Schneider noch nicht: "Es gibt ja noch einen Erörterungstermin", verweist er auf die bald folgende Erstellung des Vorentwurfs, wobei dann auch wieder eine Bürgerbeteiligung vorgesehen sei. "Es gibt immer noch Möglichkeiten – das Verfahren ist nach wie vor offen", so Schneider. Manfred Schnauf, Sprecher der Initiative "Pro Natur und Heimat" bedauert, dass "die Einwände und Anregungen der Bürger bisher nicht zu Tragen gekommen sind. Wir glauben, dass es im Sinne eines offenen und fairen Verfahrens selbstverständlich sein sollte, dass die Träger der öffentlichen Belange über die Einwände der Bürger informiert sind, bevor sie eine Entscheidung über die endgültige Linienführung treffen." Schauf zufolge hält es die Bürgerinitiative auch "nicht für angemessen, dass die Bürger noch immer nicht informiert wurden, wie und in welchem Umfang ihre Bedenken und Vorschläge in das Verfahren einbezogen werden." Unklar sind für Schauf nach wie vor wesentliche Punkte, so etwa die Frage, ob die Trasse tatsächlich in Tieflage gebaut wird, "und ob die freie Feldfläche durch eine Reihe von Brückenbauwerken verschandelt wird."

(NGZ)